Limeco schützt die Lebewesen in und an der Limmat

Die Reinigung des Limmattaler Abwassers gehört zum Grundauftrag von Limeco. Was die Natur im Grossen tut, macht die ARA von Limeco im Kleinen: Durch Abtrennen, Absetzen und Filtern werden die ungelösten Stoffe aus dem Abwasser entfernt. In der biologischen Reinigung, dem Herzstück der Anlage, entziehen Mikroorganismen die gelösten organischen Verbindungen. Nach diesem Prinzip reinigen sich auch Bäche, Flüsse und Seen.

Mehrere hundert Kilometer lang ist die Limmattaler Kanalisation, am Ende landet das Abwasser in der ARA von Limeco.

Schutz von Gewässern, Grundwasser und Gesundheit

Nachhaltig handelt Limeco auch im Wasserbereich. Durch eine hohe Reinigungsleistung in der ARA und eine effektive Siedlungsentwässerung engagieren wir uns für den Gewässer- und Gesundheitsschutz, für heute und morgen.

Einerseits optimiert Limeco stetig die Reinigungsleistung der ARA und vermeidet anderseits durch eine smarte Bewirtschaftung der Regenbecken unnötige Entlastungen von Mischabwasser in die Gewässer.

Der Fokus bei unseren Arbeiten liegt nicht nur bei der Wasserqualität in Flüssen und Bächen, sondern auch beim Grundwasserschutz. Im Einzugsgebiet von Limeco gibt es Grundwasserschutzzonen für die Fassung von Trinkwasser, die ein strenges Infrastrukturmanagement erfordern. Gewässer sind sowohl eine Quelle für Trinkwasser als auch ein Lebensraum für die Biodiversität. Nicht zuletzt sind gesunde Gewässer auch attraktive Erholungsräume, was wesentlich zur Lebensqualität im Limmattal beiträgt.

Was ist mit dem Mikroplastik in unserem Abwasser?

Das wollte auch das Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL) wissen und überprüfte 2015 im Kanton Zürich 28 von 64 Abwasserreinigungsanlagen hinsichtlich Mikroplastik, darunter auch die ARA von Limeco. Fazit: Im Schnitt können die Anlagen den grössten Teil, nämlich 93 Prozent des Mikroplastiks abtrennen, via Klärschlamm entsorgen und verbrennen. Eine komplette Entfernung von Mikroplastik aus dem Abwasser wird künftig weder technisch und wirtschaftlich machbar sein. Zielführender ist die Elimination am Ort der Entstehung.

Schädliche Spurenstoffe: neue Reinigungsstufe

Jedes Ding hat zwei Seiten: So nützlich die Errungenschaften in Medizin, Pharmazeutik und Kosmetik für uns Menschen sind, so schädlich sind sie aufgrund ihrer Spurenstoffe. Die finden sich in hormonaktiven Substanzen, in Wirkstoffen von Medikamenten, in Röntgenkontrastmitteln oder Resten von Pestiziden, aber auch in Parfums und Sonnencremen. Während sich die meisten festen und gelösten organischen Stoffe aus dem Abwasser entfernen lassen, rauschen solche Mikroverunreinigungen ungefiltert durch die Abwasserreinigungsanlagen und landen in Seen, Flüssen und Bächen – auch in der Limmat.

Insbesondere in Gewässern, die für die Trinkwassergewinnung von Bedeutung sind, können Spurenstoffe problematisch sein. Missbildungen und Unfruchtbarkeit bei Fischen, Kleinkrebsen und Insektenlarven sind die Folgen – und das bei nur einem milliardstel Gramm pro Liter.

Die ARA in Dietikon reinigt das Abwasser von über 84’000 Menschen. Als am drittstärksten belastete Anlage im Kanton Zürich muss sie ums Jahr 2035 Mikroverunreinigungen aus dem Abwasser filtern können. Möglich ist das mit Ozonung oder dem Pulveraktivkohle-Verfahren.

Die Ozonung kommt für Limeco nicht infrage, da im Einzugsgebiet viele Industrien liegen, die Bromid einleiten. In Reaktion mit Ozon würde krebserregendes Bromat enstehen. Zudem ist das Verfahren sehr energieintensiv. Deshalb favorisiert Limeco die sogenannte Raumfiltration mit granulierter Aktivkohle. Sie ist robust, leicht zu handhaben und technisch wie wirtschaftlich realisierbar. Der Hauptvorteil von Aktivkohle liegt darin, dass anders als bei der Ozonung keine Transformationsprodukte entstehen. Durch den Einsatz von Aktivkohle lässt sich zudem der Anteil an gelöstem organischen Kohlenstoff reduzieren. 

Heizen mit Abwasser: lokal und CO₂-neutral

Mit dem gereinigten Abwasser aus der ARA kann ökologisch geheizt werden: Im Winter ist das Wasser wärmer, im Sommer kälter als die Luft. Obwohl die Temperaturdifferenz nur wenige Grad beträgt, lässt sich daraus klimaschützende Heizwärme gewinnen und den Dietiker Stadtteil Limmatfeld heizen.

«Um unsere Reinigungsleistung zu verbessern, schauen wir, wie die Natur das seit Jahrmillionen macht.»

Leiter Abwasserwirtschaft

Thomas Di Lorenzo