Marco Saxer

Leiter Abfallmanagement

Limmattaler sammeln jährlich 7000 Tonnen Bioabfall

Die Limmattaler Bevölkerung sammelt rund 7000 Tonnen Bioabfall pro Jahr, ziemlich genau 90 Kilogramm pro Einwohnerin und Einwohner. Aus dem Küchen- und Gartenabfall wird saubere Energie, mit der sich der Bedarf von 5000 Haushalten decken lässt.

Bioreste sind einfach zu schade, um weggeworfen und entsorgt zu werden. Denn Bioabfall besteht aus nachwachsenden Rohstoffen und ist Quelle von erneuerbarer Energie. Indem Sie die Bioabfallsammlung in Ihrer Gemeinde nutzen, fördern Sie CO₂-neutrale Energie: Aus Bioabfall wird Biogas, mit dem sich umweltfreundlich heizen lässt.

Bioabfall sammeln ist gratis

Die Sammelkosten sind mit der Abfallgrundgebühr gedeckt. Sie bezahlen nicht mehr als bisher. Im Gegenteil: Sie sparen bares Geld! Weil sich dank der Bioabfallsammlung Ihre Kehrichtmenge um bis zu einem Drittel verringert, brauchen Sie weniger Gebührensäcke. Die Bioabfallsammlung ist also ein doppelter Gewinn – für Sie und für die Natur.

Energiereiches Gas und hochwertiger Dünger

Die Limmattaler Gemeinden haben sich über Limeco an der Biogas Zürich AG beteiligt. Biogas Zürich betreibt an der Stadtgrenze das modernste Vergärwerk der Schweiz. Im geschlossenen Bioreaktor (Fermenter) hausen Milliarden von Bakterien. Für sie sind Rasenschnitt, Kartoffelschalen und Käserinden ein gefundenes Fressen: Die Mikroorganismen wandeln den organischen Abfall in energiereiches Biogas und hochwertigen Dünger um. Die hochwertigen Kompostprodukte können Sie das ganze Jahr über im Vergärwerk kaufen. 

Kurze Videoanleitung: So einfach sammeln Sie Ihren Bioabfall.

Das brauchen Sie fürs Sammeln

Beutel

Der kompostierbare Bioabfallbeutel nach EN13432 ist erkennbar am aufgedruckten Gittermuster und im Handel erhältlich unter den Bezeichnungen «CompoBag», «Composack» oder «Biobag». Auf einer industriellen Kompostierung verrottet er innerhalb von 90 Tagen.

Behälter

Bioabfallbehälter sind in ausgewählten Fachmärkten erhältlich. Ideal sind Behälter mit Lüftungsschlitzen. Ohne Luft beginnt Bioabfall rascher zu faulen und zu stinken – deshalb ist ein belüfteter Behälter die erste Wahl. Legen Sie den Boden mit Zeitungspapier aus und spannen Sie einen kompostierbaren Bioabfallbeutel ein. 

Container

Den Bioabfallcontainer gibts in verschiedenen Grössen. Informieren Sie sich in Ihrer Wohngemeinde.

Küchen- und Haushaltsabfälle

  • Brot
  • Bratfett
  • Eier/Eierschalen/Eierkarton
  • Fisch/Gräte
  • Fleisch/Knochen/Wurst
  • Früchte, Obst, Gemüse, Kartoffeln, Salat
  • Gekochte und ungekochte Speisereste
  • Getreide, Reis und Hülsenfrüchte
  • Kaffee- und Teesatz (offen oder mit Filter aus Papier oder Vlies)
  • Kompostierbeutel mit Gitterdruck EN13432
  • Milchprodukte/Käsereste
  • Palmblattgeschirr
  • Rüstabfall/Obstkerne
  • Saucen
  • Kleintiermist (z.B. Kaninchen, Hamster)
  • Federn, Heu, Stroh, Sägemehl
  • Süssspeisen und Gebäck
  • Teigwaren

Pflanzlicher Gartenabfall

  • Balkon- und Topfpflanzen
  • Baumschnitt und Äste bis max. Ø 10 cm
  • Erde (ohne Steine)
  • Fallobst
  • Hecken-, Rasen- und Wiesenschnitt
  • Laub
  • Schnittblumen
  • Stauden von Blumen und Gemüsen
  • Sträucher
  • Unkraut
  • Altholz, behandelt und unbehandelt
  • Aluminium
  • Asche und Zigarettenstummel
  • Biologisch abbaubare Textilien
  • Blähton, Hydro, Seramis
  • Einweggeschirr aus Plastik und Maisstärke
  • Hundekot
  • Hygieneartikel (Binden, Tampons, Windeln, Verbandsmaterial)
  • Glas, PET
  • Karton
  • Katzenstreu
  • Medikamente
  • Metall
  • Neophyten (Ambrosia, japanischer Knöterich etc.)
  • Papier
  • Plastik
  • Staubsaugersäcke
  • Steckschaum aus Blumengestecken
  • Steine, Sand, Kies, Terracotta
  • Tee- und Kaffeekapseln aller Art (Aluminium, Kunststoff, kompostierbare Kapseln)
  • Verpackte Lebensmittel
  • Verpackungen

Fünf praktische Tipps

Legen Sie Ihren Sammelbehälter mit Haushalts- oder Zeitungspapier aus, sodass allfällige Feuchtigkeit aufgesaugt wird. Oder Sie falten gleich aus Zeitungspapier einen Sammelbehälter.

Leeren Sie den Sammelbehälter regelmässig in den Bioabfallcontainer. So halten Sie lästige Fruchtfliegen fern.

Fleisch und Fisch entwickeln intensive Gerüche. Werfen Sie diesen Abfall erst kurz vor der Sammlung in den Container.

Lassen Sie den Deckel des Containers einen Spalt offen und pressen Sie den Bioabfall nicht zusammen, denn ohne Sauerstoff fault er rascher und beginnt zu stinken.

Streuen Sie Steinmehl auf feuchten Bioabfall – es absorbiert Feuchtigkeit und vermindert üble Gerüche. Steinmehl ist erhältlich in Drogerien, Gartencentern oder entsprechenden Abteilungen im Detailhandel. Insidertipp: Anstelle von Steinmehl eignet sich auch getrockneter Kaffeesatz.

Pfui, Plastik!

Wer Bioabfall separat sammelt, schliesst einen sinnvollen Kreislauf, schützt das Klima – und spart Geld.

Leider landet auch Plastik im Vergärwerk. Was besonders zu schaffen macht: Raschelsäcke, wie sie von den Grossverteilern für ein paar Rappen an der Kasse abgegeben werden. Die werden gemeinhin als «umweltfreundlich» angepriesen, was manch einen zur Annahme verführt, die weissen Säckchen liessen sich ohne Bedenken im Bioabfall entsorgen. Ein Irrglaube: umweltfreundlich heisst nicht automatisch kompostierbar!

Verwenden Sie deshalb nur kompostierbare Bioabfallbeutel (mit Gitterdruck EN13432), um Speisereste in der Küche zu sammeln und im Bioabfallcontainer zu entsorgen. Plastik gehört in den Kehricht, ebenso wie kompostierbare Kaffeekapseln und Einweggeschirr aus Maisstärke.