Landkauf Limeco

Aktuelles Stichwortverzeichnis

Mit einem sehr klaren Ja von 82% stimmte das Stimmvolk der Trägergemeinden von Limeco am 10. Juni 2018 an der Urne dem Kauf des Coop-Areals zu. Der Landkauf ermöglicht es Limeco, die konkrete Planung der verschiedenen Projekte anzugehen. Um das Jahr 2035 ist ein Ersatzneubau der heutigen Kehrichtverwertungsanlage (KVA) nötig und die Erweiterung der Abwasserreinigungsanlage (ARA) steht an. Gründe dafür sind das Ende der technischen Lebensdauer der KVA, das starke Bevölkerungswachstum sowie verschärfte Gesetze.

Im Video erklärt Geschäftsführer Patrik Feusi, wie Limeco das Land zukünftig nutzen möchte. Das Stichwortverzeichnis soll der interessierten Bevölkerung als Nachschlagewerk dienen.  

Limeco Landkauf: Geplante Schritte 2018 bis ca. 2040

Geschäftsführer Patrik Feusi über den geplanten Landkauf

A bis Z

2000-Watt-Gesellschaft/Absenkpfad

Das Konzept der 2000-Watt-Gesellschaft orientiert sich grundsätzlich an zwei Zielgrössen: 

  • Energieverbrauch pro Person (Primärenergieverbrauch in Watt pro Person und Jahr)
  • CO2-Ausstoss pro Person (Treibhausgasemissionen in CO2-Äquivalenten pro Person und Jahr)

Die Zielsetzung der 2000-Watt Gesellschaft ist es, den Energieverbrauch und CO2-Ausstoss bis in das Jahr 2100 massiv zu senken. Der gegenwärtige Ausbau von Limeco Regiowärme wird von diesem Absenkpfad aufgrund der Gebäudesanierungen und effizienteren neuen Gebäude betroffen sein. Der Minderverbrauch beim Heizen wird jedoch teilweise kompensiert durch die Verdichtung und das Bevölkerungswachstum in der Region und den damit steigenden Bedarf. Die Warmwasseraufbereitung bleibt unverändert, das Bedürfnis nach Kühlung wird zunehmen. 

Abfall

Abfall ist ein Rohstoff. Neben Papier, Karton und Glas werden Metalle, Batterien, Elektronik, Textilien, Leuchtmittel und vieles mehr separat gesammelt, rezykliert oder verwertet.

Was übrig bleibt und brennbar ist, verwertet die Kehrichtverwertungsanlage (KVA) thermisch und energetisch. Heute erreichen moderne KVA, deren Abwärme in Form von Fernwärme (Regiowärme) genutzt wird, eine energetische Nettoeffizienz zwischen 80 und 90 Prozent. Die Fernwärme hat hierbei einen entscheidenden Anteil.

Aus der Schlacke, die nach der thermischen Verwertung übrig bleibt, werden Eisen- und Nichteisenmetalle zurückgewonnen: aus der Schlacke von Limeco über 2000 Tonnen im Jahr 2017. 

Abfallherkunft

Zurzeit liefern die Regionen Limmattal, Furttal und Knonaueramt (DILECA) ihren Siedlungsabfall in die Kehrichtverwertungsanlage (KVA) nach Dietikon. Ab 2034 werden gemäss der kantonalen Planen Teile des Zimmerbergs als vierte Region dazukommen.

Der in die KVA von Limeco angelieferte Abfall besteht etwa hälftig aus Siedlungsabfall und aus Marktkehricht – letzterer stammt übrigens auch aus der Region. 

Bildschirmfoto 2018 03 28 um 10.07.04

Im Kanton Zürich gibt es insgesamt elf regionale Planungsgruppen. Es ist unmöglich, dass jede davon über eine eigene KVA verfügen kann. Die KVA von Limeco im Limmattal verwertet bereits heute den Abfall von drei Planungsregionen. Sinnvollerweise wird diese künftig um die Region Zimmerberg ergänzt:

  • Limmattal (heute)
  • Furttal (heute)
  • Knonaueramt (heute)
  • Zimmerberg (um 2034) 
Abfallprognose

Für die für das Jahr 2035 prognostizierte Mehrmenge von jährlich 50'000 Tonnen (gegenüber 2012) wurden positive wie negative Einflussfaktoren berücksichtigt:

  • Aktuelle Bevölkerungsprognose (Kanton Zürich, angrenzende Gebiete)
  • Einfluss Grünabfuhr und Kunststoffrecycling (Separatsammlungen)
  • Brennbarer Bauabfall: Anpassung der Mengen gemäss neusten Daten
  • Siedlungsabfall: Zunahme berechnet auf Gemeindeebene (plausibilisiert)
  • Nachbaranlagen/Nachbarskantone: aktualisierte Umfeldanalyse, Abfallmengen
  • Stilllegung der Kehrichtverwertungsanlage Josefstrasse in Zürich

Für die Zuweisung der Kapazitäten hat die Baudirektion des Kantons Zürich klare Kriterien festgelegt. Neben der optimalen Energienutzung und ist ein langfristig wirtschaftlicher Betrieb gefordert.

Abfall- und Raumplanung

Laut geltendem Umweltschutzrecht sind die Kantone verpflichtet, eine Abfallplanung zu erstellen und diese periodisch nachzuführen.

Der Kanton muss die Entsorgungssicherheit gewährleisten und Überkapazitäten vermeiden. Mit einem umfangreichen Massnahmenplan bekennt sich der Kanton zur Schonung der Ressourcen. Dazu gehören auch wirtschaftliche Vorgaben für den Betrieb einer Anlage. Damit liegt die fachliche Führung beim Kanton, der diese im Sinne des grösstmöglichen Gesamtnutzens für alle Regionen auszuführen hat.

Die Festlegung von Einzugsgebieten und Entsorgungskonzepten kann spürbare Rückwirkungen auf Siedlung, Landschaft oder Verkehr haben und zu Nutzungskonflikten führen. Die Umsetzung der Abfallplanung erfolgt im Wesentlichen mit den Mitteln der Raumplanung. Die kantonale Abfallplanung fliesst daher in die Grundlagen der Richtplanung ein.

Die Abfallplanung des Kanton Zürichs wurde am 16. Januar 2018 durch Regierungsratspräsident Markus Kägi und alle Trägerschaften einvernehmlich verabschiedet. Die Festlegung der Kapazität im Richtplan gibt den Anlagen die nötige Sicherheit im Hinblick auf die nachgelagerte Planung.

Abstimmungsergebnis

Mit einem sehr klaren Ja von 82% stimmten die Stimmbürger der Trägergemeinden von Limeco am 10. Juni 2018 dem Landkauf zu.

Zur Medienmitteilung

Abstimmungsfrage

Wollen Sie folgende Vorlage annehmen?

Der Kaufvertrag zwischen Limeco und Coop Genossenschaft über den Erwerb des 43'110 m2 messenden Grundstücks Kat.-Nr. 11966 (Lerzen, Dietikon) mit allen Gebäuden und Nebenbauten sowie des 502 m2 messenden Grundstücks Kat.-Nr. 7813 (Lerzen, Dietikon) zum Preis von CHF 90'000'000 (exkl. MwSt.) wird genehmigt.

Abwasserreinigungsanlage (ARA)

Die ARA von Limeco wurde 1967 in Betrieb genommen. Sie steht in einem Vogel- und Naturschutzgebiet von nationaler Bedeutung: dem Antoniloch.

Zwischen 2004 und 2012 erfolgte die Modernisierung. Die Temperatur des gereinigten Abwassers wird seither genutzt, um den Dietiker Stadtteil Limmatfeld, in dem 5000 Menschen wohnen und arbeiten, umweltfreundlich zu heizen. Wegen des starken Bevölkerungswachstums, des Wachstums von Industrie und Gewerbe sowie gesetzlicher Regulatorien ist eine Erweiterung voraussichtlich um 2030/2040 nötig.

Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL)

Das AWEL sorgt für den Schutz und die nachhaltige Nutzung der natürlichen Lebensgrundlagen im Kanton Zürich. Als Aufsichtsbehörde stellt es die Versorgung mit sauberem Trinkwasser und elektrischer Energie, die umweltgerechte Entsorgung von Abfall und Abwasser und den Schutz vor Hochwasser sicher.

Die Abteilung Abfallwirtschaft und Betriebe hat für die thermische Verwertung von Abfall in Kehrichtverwertungsanlagen folgende Zielsetzung festgelegt:

  • Hoher energetischer Wirkungsgrad
  • Geringe Emissionen in Luft und Wasser
  • Umwandlung und Zersetzung umweltbelastender organischer Substanzen
  • Möglichst vollständige Nutzung der Wertstoffe in den Verbrennungsrückständen
  • Nachsorgefreie Ablagerung der nicht verwertbaren Verbrennungsrückstände
  • Wirtschaftlich tragbarer Betrieb

Die Abteilung Abfallwirtschaft und Betriebe ist für die Betriebsbewilligung der Anlage zuständig. Darin enthalten sind unter anderem Auflagen für die Sicherheit bezüglich Personen und Umwelt und den Stand der Technik.

Amt für Landschaft und Natur (ALN)

Das ALN setzt sich für die nachhaltige Nutzung und den Schutz der Natur im Kanton Zürich ein. Das ALN erfüllt vielfältige und zukunftsweisende Aufgaben in den Bereichen Land- und Forstwirtschaft, Jagd, Fischerei sowie Natur- und Bodenschutz.

Amt für Raumentwicklung (ARE)

Das ARE setzt sich für einen attraktiven Kanton Zürich ein. Es sorgt für eine zweckmässige, haushälterische und umweltgerechte Nutzung des Bodens und bewahrt das kulturelle Erbe unseres Kantons.

Anspruchsgruppen

Die «Strategie 2030» von Limeco wurde im Auftrag des Verwaltungsrats und des Kontrollorgans erarbeitet. Sie muss zahlreichen Interessen und Anspruchsgruppen gerecht werden.

Interessen

  • Sicherheit
  • Wirtschaftlichkeit
  • Ökologie
  • Naturschutz
  • Nachhaltigkeit
  • Leistungserfüllung
  • Energieeffizenz
  • Gestaltungsplan

Anspruchsgruppen

  • Aufsichtsbehörden
  • Gemeinden
  • Bevölkerung
  • Gremien
  • Partner
Arealplanung

Die Überbauung des Coop-Areals im sensiblen Umfeld des kantonalen Naturschutzgebiets, das ein Flachmoor nationaler Bedeutung enthält, stellt hohe ästhetische und ökologische Ansprüche an die Gestaltung einer zukünftigen Kehrichtverwertungsanlage.

Auch wenn zurzeit noch kein konkretes Projekt besteht, hat Limeco einen Auftrag für gestalterische Abklärungen erteilt und Ideen entwickelt, wie der Übergang zwischen dem Naturschutz- und dem Industriegebiet optimal gestaltet werden könnte.

Ausgangslage

An den heutigen Standorten haben weder die Abwasserreinigungsanlage (ARA) noch die Kehrichtverwertungsanlage (KVA) genügend Landreserven. Bis 2035 werden Neu- und Ausbauten nötig. Die Gründe:

  • Verschärfte Regulatorien (Luftreinhalteverordnung)
  • Sich ändernde Gesetzgebung wie Moorschutz
  • Neue Anforderungen an den Stand der Technik (Energie- und Ressourceneffizienz)
  • Starkes Bevölkerungswachstum im Limmattal
  • Erreichen des Endes der technischen Lebensdauer der KVA

Mit dem Landerwerb löst Limeco die Platzprobleme auf einen Schlag und kann ihren Auftrag auf Generationen hinaus sichern – ganz im Sinn eines sauberen und lebenswerten Limmattals.

Bahnanschluss

Das Coop-Areal verfügt über einen Bahnanschluss, der zurzeit von Coop genutzt wird und mit dem geplanten Kauf des Grundstücks ins Eigentum von Limeco übergeht. Ein möglichst hoher Anteil des Kehrichts soll – soweit dies ökologisch und wirtschaftlich sinnvoll ist – über das Anschlussgleis angeliefert werden.

Bevölkerungswachstum

Regelmässig erstellt das Statistische Amt des Kantons Zürich eine regionalisierte Bevölkerungsprognose für den Kanton Zürich. Die Prognose 2016 geht davon aus, dass die Bevölkerung im Limmattal bis 2035 um 33 Prozent zunimmt gegenüber 2010. Die Prognose 2017 geht bereits von über 40% aus.

Coop-Areal

Das Coop-Areal ist 43'612 m2 gross und besteht aus zwei Katastergrundstücken: Kat-Nr. 11966 und Kat-Nr. 7813.

Coop Genossenschaft

Coop ist Eigentümerin des Grundstücks an der Reservatstrasse (Coop-Areal). Die Genossenschaft betreibt darauf ein Administrations- und Verteilzentrum. Coop ist bereit, das Grundstück an Limeco zu verkaufen. Und zwar nur an Limeco - im Hinblick auf deren öffentlichen Auftrag und dem übergeordneten, öffentlichen Interesse. Es besteht ein unterschriebener Kaufvertrag. Er wird rechtsgültig, wenn er vom Stimmvolk in einer Volksabstimmung angenommen wird.

Kaufvertrag

Die Delegierten der Trägergemeinden haben dem Kaufvertrag am 5. Mai 2017 zugestimmt, am 16. Mai 2017 wurde der Kaufvertrag beurkundet. Der Vertrag liegt bei den Trägergemeinden auf und kann von den Stimmberechtigten eingesehen werden.

Energie aus der Kehrichtverwertungsanlage (KVA)

Strom aus der Kehrichtverwertungsanlage (KVA) wird als belastungsfrei betrachtet, da alle Emissionen der Abfallentsorgung zugeordnet werden und die Menge des Abfalls (ohne hoheitliche Lenkungsabgaben auf Bundesebene) nicht durch die Anzahl KVA beeinflusst werden kann. Die Kapazität muss dem Abfallaufkommen folgen.

Die Abwärme aus der KVA gilt als CO2-neutral: Das Bundesamt für Energie (BFE) erläuterte 2016 in einem Faktenblatt die Definition dieser Art von Wärme und stellt klar, dass Abwärme keine Primärenergie enthält und daher als CO2-neutral zu betrachten ist. Als Primärenergie wird die zusätzlich für den Prozess benötigte Energie bezeichnet. Diese ist bei der Verwertung von Abfällen nicht nötig. Abfall brennt von alleine und es wird nur Luft zugeführt.

Energiestadt

Dietikon verfügt über eine konsequente, langfristige und breit abgestützte Energiepolitik im Sinne des Labels «Energiestadt» und der kantonalen Energieplanung. Die Stadt verpflichtet sich zu einer ökologisch, wirtschaftlich und sozial nachhaltigen Entwicklung. Sie orientiert sich am langfristigen Ziel der 2000-Watt-Gesellschaft und setzt sich für die Förderung von Energieeffizienz und Quellen erneuerbarer Energie ein.

Der Ausbau von Limeco Regiowärme leistet einen wichtigen Beitrag zur Erreichung dieser Ziele.

Energiestrategie 2050

2007 stützte der Bundesrat seine Energiestrategie auf vier Säulen ab:

  • Energieeffizienz
  • Erneuerbare Energien
  • Ersatz und Neubau von Grosskraftwerken zur Stromproduktion (auch Kernkraftwerke)
  • Energieaussenpolitik

Nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima im Jahr 2011 haben Bundesrat und Parlament den schrittweisen Ausstieg der Schweiz aus der Kernenergie beschlossen. Dieser Entscheid sowie weitere tiefgreifende Veränderungen im internationalen Energieumfeld bedingen einen Umbau des Schweizer Energiesystems. Hierfür hat der Bundesrat die Energiestrategie 2050 erarbeitet. 

Die Schweiz verfügt heute über eine sichere und kostengünstige Energieversorgung. Wirtschaftliche und technologische Entwicklungen sowie politische Entscheide im In- und Ausland führen derzeit zu grundlegenden Veränderungen der Energiemärkte. Mit der Energiestrategie 2050 soll die Schweiz die neue Ausgangslage vorteilhaft nutzen und ihren hohen Versorgungsstandard erhalten. Gleichzeitig trägt die Strategie dazu bei, die energiebedingte Umweltbelastung der Schweiz zu reduzieren.

Das erste Massnahmenpaket zielt darauf ab, die Energieeffizienz zu steigern und den Ausbau der erneuerbaren Energien zu fördern. 

Eventualverbindlichkeit

Eventualverbindlichkeiten stellen wesentliche Verbindlichkeiten dar und werden in der Bilanz einer Gemeinde ausgewiesen. Dabei handelt es sich um Risiken, für die die Höhe des maximal zu erwartenden Schadens und deren Eintrittswahrscheinlichkeit eine Rolle spielen.

Die Haftung entspricht anteilsmässig dem Verhältnis des Bevölkerungsanteils einer Gemeinde zur Gesamtbevölkerung der Trägerschaft (aller Trägergemeinden).

Im Wesentlichen handelt es sich um das maximale Fremdkapital, das Limeco im entsprechenden Jahr aufgenommen hat (z.B. für den Kauf des Coop-Areals). Mit der Rückzahlung des Fremdkapitals nehmen die Eventualverbindlichkeiten wieder ab.

Eine wirtschaftlich nachhaltige Betriebsführung hat keinen Einfluss auf die Höhe der Verbindlichkeit, mindert aber dessen Risiko.

Finanzierung

Der Kaufpreis wird fremdfinanziert. Die Finanzierung erfolgt im Rahmen eines Gesamtfinanzierungskonzepts und wurde am Markt ausgeschrieben. Es entstehen keine direkten Investitionskosten für die Trägergemeinden.

Flachmoor

Die Abwasserreinigungsanlage und die Kehrichtverwertungsanlage von Limeco liegen inmitten des Flachmoors Schachen. Das Flachmoor ist von nationaler Bedeutung und umschliesst beide Parzellen fast vollständig. Zahlreiche Naturschutzauflagen schränken die bauliche Entwicklung auf dem jetzigen Areal ein. Darum braucht Limeco neues Land. Das Coop-Areal eignet sich ideal.

Flexibilisierungsmodell

Im Rahmen des kantonalen Flexibilisierungsmodells können Vertragsgemeinden, die nicht zu einer Trägerschaft mit eigener Kehrichtverwertungsanlage (KVA) gehören, alle fünf Jahre zwischen den drei naheliegendsten KVA im Kanton Zürich wählen. Aufgrund des Einlieferpreises und der Transportstrecken können die Gemeinden ihren Siedlungsabfall in die von ihnen bevorzugte KVA liefern.

Fussabdruck/Footprint
Bildschirmfoto 2018 03 29 um 11.08.59

Der ökologische Fussabdruck misst den Verbrauch natürlicher Ressourcen und drückt die Fläche aus, die für die Produktion dieser Ressourcen notwendig wäre. Der Footprint zeigt auf, welche ökologische Produktionsfläche erforderlich ist, damit eine Region, ein Land oder die gesamte Menschheit die eigenen Bedürfnisse decken und die Abfälle neutralisieren kann. Würde die Weltbevölkerung so viele natürliche Ressource beanspruchen wie die Schweiz, so wären 2,8 Erden notwendig.

Limeco will mit dem Ausbau von Regiowärme einen substanziellen Beitrag zur Verringerung des Fussabdrucks und insbesondere zur vom schweizerischen Stimmvolk gutgeheissenen «Energiestrategie 2050» im Limmattal beitragen.

Gestaltungsplan Silbern (SLS)

Der SLS wurde am 11. März 2012 vom Souverän mit 53 Prozent gutgeheissen, später jedoch wegen eines Rekurses des Naturschutzes sistiert. Gegen die im Mai 2017 erlassene «Verordnung zum Schutz der Limmataltläufe in Dietikon, Geroldswil und Oetwil a.d.L.» (SVO) vom 24. April 2017 wurde ebenfalls Rekurs eingelegt. Ein erstinstanzliches Urteil wird im Sommer 2018 erwartet.

Sobald im Gebiet Silbern Rechtssicherheit besteht, kann der aktuell blockierte Gestaltungsplan überarbeitet und in Kraft gesetzt werden. Dieser Gestaltungsplan bildet die Grundlage für die positive Entwicklung des Gebiets Silbern. Gleichzeitig wird die Stadt Dietikon unter Vorbehalt der Rechtskraft der SVO ein Messstellennetz einrichten, um vertiefte Kenntnisse über die Grundwasserströme zu erhalten, die wichtig sind für den Schutz des Flachmoors.

Kanton Zürich

Der Kanton Zürich steht hinter dem Landkauf durch Limeco. Die Baudirektion des Kantons Zürich mit dem Amt für Landschutz und Natur (ALN), dem Amt für Raumentwicklung (ARE) und dem Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL) unterstützt den Kauf.

Kapazitäts- und Standortplanung

Die Baudirektion des Kantons Zürich erstellt zusammen mit allen Trägerschaften von Kehrichtverwertungsanlagen (KVA) eine einvernehmliche Kapazitäts- und Standortplanung. Keine KVA kann ihre Zukunft im Alleingang planen. Diese wird mit einer gemeinsamen Planung auf eine breitere Basis gestützt.

Limeco steht hinter der Fortsetzung der Abfallplanung, die am 16. Januar 2018 durch Regierungsratspräsident Markus Kägi und allen Trägerschaften einvernehmlich verabschiedet wurde. Nach diesen Vorgaben soll Limeco ab dem 1. Januar 2034 eine KVA mit einer Kapazität von 160'000 Tonnen pro Jahr betreiben.

Kehrichtverwertungsanlage (KVA)

Die KVA von Limeco wurde 1971 in Betrieb genommen. Zwischen 1993 und 1995 erfolgte die Totalerneuerung. Die Anlage erreicht ums Jahr 2035 das Ende ihrer technischen Lebensdauer. Die Abwärme wird seit 1984 als Regiowärme (Fernwärme) genutzt.

Die KVA ist mit naturemade basic zertifiziert. Das Schweizer Qualitätszeichen steht für ökologisch produzierte Energie.  

Limeco

Limeco wurde 1959 gegründet und ist im Besitz der acht Trägergemeinden Dietikon, Geroldswil, Oberengstringen, Oetwil a.d.L., Schlieren, Unterengstringen, Urdorf und Weiningen.


Limeco reinigt das Limmattaler Abwasser, verwertet den regionalen Abfall und produziert daraus CO2-neutrale Energie, die der Bevölkerung wieder zugutekommt: Regiowärme für rund 5'000 Haushalte sowie Regiostrom für rund 25'000 Haushalte.

Limmattal

Das Limmattal zählt zu den Boomregionen der Schweiz: Bevölkerung, Industrie und Gewerbe wachsen rasant. Auch die kommunalen Infrastrukturen müssen mitwachsen. Sie sind gross, langlebig und investitionsintensiv. Darum sind Planungshorizonte über mehrere Anlagezyklen notwendig.

Luftqualität

In der Energiestrategie 2050 des Bundes wird explizit auf die ausgezeichnete Ökobilanz von Wärme und Strom aus Kehrichtverwertungsanlagen (KVA) hingewiesen. Moderne KVA sind sehr sauber. Sie zeichnen sich dank technologisch hochstehender Abgasreinigung durch sehr geringe Luftschadstoffemissionen aus. Die gesetzlichen Grenzwerte sind äusserst streng und stellen einen umweltschonenden Betrieb sicher.

Die Reinigungsleistung einer KVA übersteigt diejenige kleiner fossiler Heizungen um ein Vielfaches. Das gilt insbesondere für die Reduktion von Feinstaub und Stickoxiden. Was oben aus dem Hochkamin rauskommst, ist 99 Prozent Wasserdampf und bloss ein Prozent Reingas. 

Machbarkeit

Limeco hat für den heutigen Standort geprüft, ob eine Erweiterung/Sanierung der bestehenden Kehrichtverwertungsanlage (KVA) in Frage kommt. Eine Studie aus dem Jahr 2004 ging noch davon aus, dass dies möglich sei. Seither haben sich zwei Faktoren entscheidend verändert: 

  • Die aktuelle Moorschutzverordnung enthält Pufferzonen, die durch Höhenbegrenzungen (Schattenwurf) den zur Verfügung stehenden Platz weiter einschränken.
  • Mit der Totalerneuerung und dem Ausbau der Abwassereinigungsanlage (ARA) von 2012 wurden die Platzverhältnisse noch limitierter und die aufgrund des aktuellen Bevölkerungswachstums notwendig werdenden Ausbauten können am heutigen ARA-Standort nicht realisiert werden. 

Die Machbarkeit am bestehenden Standort der KVA muss deshalb aus folgenden Gründen verworfen werden:

  • Die ARA benötigt spätestens ab 2035/2040 den Platz der bestehenden KVA, da am Standort der ARA der notwendige Platz für die notwendig werdenden Ausbauten nicht zur Verfügung steht.
  • Am Standort der bestehenden KVA steht für eine neue Ofenlinie zu wenig Platz zur Verfügung, selbst wenn der Moorschutz keine besonderen Ansprüche stellt. Die geltende Schutzverordnung lässt eine Totalerneuerung am bestehenden Standort nicht zu.
  • Bei den durchwegs engen Platzverhältnissen sprechen wirtschaftliche Gründe dagegen. Die Organisation der Baustelle wäre extrem aufwändig und teuer. 

Aus diesen Gründen hat Limeco geprüft, ob auf dem Nachbargrundstück eine neue Anlage gebaut werden kann und ist anschliessend mit Coop in Verkaufsverhandlungen eingestiegen.

Marktkehricht

Marktkehricht ist Kehricht von Direktanlieferern aus Gewerbe, Industrie und Bau –insbesondere aus Betrieben, die in der Region ansässig oder tätig sind.

Während der Siedlungsabfall durch den kommunalen Sammeldienst organisiert wird, koordiniert die Zürcher Abfallverwertung AG (ZAV) den Marktkehricht. ZAV ist der Zusammenschluss der fünf Betreiber von Kehrichtverwertungsanlagen (KVA) im Kanton Zürich: Zürich, Winterthur, Hinwil, Horgen und Dietikon (Limeco). 

Industrie-, Bau- und Gewerbebetriebe übergeben den Kehricht der Abfuhr ihrer Gemeinde. Sie können ihren Abfall mit entsprechender Bewilligung auch durch Dritte abholen und zur Verwertung in die KVA bringen lassen. Direktanliefernde, die mehr als 1000 Tonnen pro Jahr einliefern, werden im Kanton Zürich vom ZAV betreut. Wie beim Siedlungsabfall gilt auch hier, dass der Abfall den kürzest möglichen Weg in die nächste verfügbare KVA nimmt. Während Revisionen der Anlagen sorgt der ZAV für Ausgleich.

Das Verhältnis von Marktkehricht zu Siedlungsabfall ist schweizweit in etwa ausgewogen. Das Verhältnis trifft auch für das Limmattal zu. Tendenziell gilt: In strukturschwachen Gebieten verschiebt sich das Verhältnis zugunsten des Siedlungsabfalls, in Gebieten mit mehr Industrie in Richtung Marktkehricht.

Planungshorizonte

Kommunale Infrastrukturbauten müssen Jahre, ja Jahrzehnte im Voraus geplant werden. Die Schwierigkeit: Je weiter eine bauliche Massnahme in der Zukunft liegt, desto unschärfer ist die dann herrschende Realität und damit auch die Planung. Limeco versucht deshalb, Fakten und Statistiken aus verschiedenen Bereichen zu sammeln und mit Prognosen von Experten zu verbinden – und die Auswertung rollend anzupassen.

Beim letzten Ausbau der Abwasserreinigungsanlage (ARA) beispielsweise, der 2012 abgeschlossen worden ist, begannen die ersten Planungen Ende der 1990er-Jahre. Die Bevölkerungsprognosen wurden Anfang des Jahrtausends mehrmals korrigiert und der Kapazitätsausbau entsprechend angepasst. Trotzdem: Die Limmattaler Bevölkerung wuchs stärker und schneller, als die Experten prognostizierten, und der Bund verschärft nun die Regulatorien, weshalb eine nächste bauliche Erweiterung ums Jahr 2035 nötig wird. Das war um die Jahrtausendwende in dieser Form weder erkennbar noch spürbar.

Mit solchen Unschärfen müssen die Trägergemeinden und Limeco als Interkommunale Anstalt verantwortungsvoll umgehen. Schliesslich sind kommunale Infrastrukturbauten teure Projekte. Umso wichtiger ist es, auch in Zeiträumen von bis zu 100 Jahren zu denken versuchen und Reserven zu schaffen, ob Raum oder Geld. Ganz im Sinne der Generationen, die nach uns kommen.

Power-to-Gas

Power-to-Gas ist ein gemeinsames Projekt von acht Stadtwerken und Energieversorgern. Ziel ist, aus erneuerbarem Strom (aus der Kehrichtverwertungsanlage) und CO2 (aus der Abwasserreinigungsanlage) erneuerbares Gas herzustellen. Die geplante Anlage auf dem Areal von Limeco ist die erste wirtschaftlich betriebene industrielle Power-to-Gas-Anlage und damit ein nationales Leuchtturmprojekt. 

Preis/Kaufpreis

40 bis 65 Millionen Franken beträgt der Nettokaufpreis für das Coop-Areal. Er ergibt sich daraus, dass Coop die Liegenschaft nach dem Verkauf noch für mindestens sechs bis maximal zwölf Jahre weiternutzen wird.

Vom Brutto-Kaufpreis von 90 Millionen Franken fliessen deshalb je nach Dauer dieser vertraglich fest vereinbarten «Rückmiete» Mietzinsen von 25 bis 50 Millionen Franken an Limeco zurück.

Regiowärme

Regiowärme ist Abwärme aus der Kehrichtverwertungsanlage (KVA). Sie ist CO2-neutral und gleichwertig wie erneuerbare Energie.

Regiowärme funktioniert wie eine riesige Zentralheizung fürs Limmattal: Aus der KVA in Dietikon fliesst heisses Wasser durch ein unterirdisches Leitungsnetz zu den angeschlossenen Liegenschaften und übergibt die Energie via Wärmetauscher ans hauseigene System. Regiowärme ist eine Komfortwärme und kann fürs Heizen, zum Kühlen und fürs Brauchwarmwasser genutzt werden.

Um das Potenzial der sauberen Energie nachhaltig auszuschöpfen, werden zwischen 2017 und 2022 die Gemeinden Dietikon, Geroldswil, Oetwil a.d.L., Weiningen sowie Unter- und Oberengstringen ans Regiowärmenetz angeschlossen. Dank des erweiterten Erstausbaus für rund 100 Millionen Franken lassen sich bis zu 30'000 Haushalte umweltfreundlich heizen. So spart das Limmattal jährlich über 23'000 Tonnen CO2 ein. 

Regulatorien

Die Gewässerschutzverordnung verschärft die Vorgaben der Abwasserreinigung. Rund 100 Schweizer Abwasserreinigungsanlagen müssen bis ins Jahr 2040 Mikroverunreinigungen (z.B. Pestizide, Medikamentenrückstände) aus dem Abwasser entfernen und entsprechende Reinigungsstufen realisieren.

Reservatweg

Der Reservatweg auf der Parzelle Kat. Nr. 10782 – zwischen dem bestehenden Gelände der Kehrichtverwertungsanlage (KVA) von Limeco und dem Coop-Areal – soll als öffentlicher Fussweg bestehen bleiben.

Restfläche/Mantelnutzung

Limeco hat sich gegenüber der Standortgemeinde verpflichtet, die Restfläche auf dem Coop-Areal einer möglichst innovativen und wertschöpfenden Nutzung zuzuführen (Mantelnutzung).

Wie gross diese nicht benötigte Fläche ausfallen wird, kann heute im Umfeld der offenen Fragen zur SVO (Verordnung zum Schutz der Limmataltläufe in Dietikon, Geroldswil und Oetwil a.d.L. vom 24. April 2017) und den teilweise gegenläufigen Interessen verschiedener Anspruchsgruppen nicht abschliessend gesagt werden.

Die Verwertungskapazität der Kehrichtverwertungsanlage hat nur einen untergeordneten Einfluss auf die Restfläche. Die Erschliessung und die hydrologischen Ausgleichsmassnahmen werden einen deutlich grösseren, heute noch nicht abschätzbaren Einfluss haben. 

Limeco beabsichtigt, nicht benötigte Flächen möglichst in Form von Baurechten abzugeben, damit diese am Ende des nächsten Anlagenzyklus uneingeschränkt für Erneuerungsmassnahmen zur Verfügung stehen. 

Richtplan

Der Richtplan soll den Infrastrukturanlagen eine langfristige Entwicklung erlauben und den Betreibern Planungssicherheit bieten. Im Kanton Zürich bildet der Richtplan die Kapazitäten der kantonalen Abfallplanung ab. Die Federführung für den kantonalen Richtplan hat das Amt für Raumentwicklung (ARE). Den regionalen Richtplan betreut die Zürcher Planungsgruppe Limmattal (ZPL).

Risiko

Limeco identifiziert Risiken in einem laufenden Prozess für jedes bedeutende Projekt. Dabei werden deren Eintrittswahrscheinlichkeit und das potenzielle Schadensmass betrachtet.

Das finanzielle Risiko im Fall des Landkaufs ist wegen der guten Werthaltigkeit des Areals vertretbar. Ein allfälliger Verlust wäre durch das Eigenkapital von Limeco gedeckt. Es braucht keine Investitionen der Trägergemeinden.

Rückmiete

Nach dem Verkauf und bis zur Nutzung durch Limeco wird Coop das Areal für mindestens sechs und maximal zwölf Jahre weiternutzen. Diese Rückmiete wurde vertraglich fest auf sechs Jahre zu einem Zins von total 25 Millionen Franken vereinbart.

Nach Ablauf der sechs Jahre kann Coop die Miete sechs Mal um jeweils ein Jahr verlängern. Der Mietzins beträgt 4,166 Millionen Franken pro Jahr. Die maximale Mietdauer beträgt zwölf Jahre bei einem Mietzins von insgesamt 50 Millionen Franken.

Schutzverordnung (SVO)

Mit Schutzverordnungen werden Gebiete eigentümerverbindlich unter Schutz gestellt. Die Limmataltläufe bei Dietikon weisen eine grosse Biotopvielfalt auf und bieten geschützten und/oder gefährdeten Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum.

Die Anlagen von Limeco liegen im oder grenzen an das Naturreservat. Limeco ist sich der sensiblen Nachbarschaft bewusst und stellt sich hinter die aktuelle «Verordnung zum Schutz der Limmataltläufe in Dietikon, Geroldswil und Oetwil a.d.L.» vom 24. April 2017.

Der zukünftige Ersatzneubau der Kehrichterwertungsanlage (KVA) berücksichtigt die Vorgaben der aktuellen SVO.

Siedlungsabfall

Siedlungsabfall ist brennbarer und separat gesammelter Abfall aus Haushalten sowie aus Unternehmen mit weniger als 250 Vollzeitstellen. Für die Sammlung und Entsorgung sind die Gemeinden und Städte zuständig.

Das Verhältnis von kommunal gesammeltem Siedlungsabfall zu direkt angeliefertem Marktkehricht ist schweizweit in etwa ausgewogen, so auch im Limmattal. Tendenziell gilt: In strukturschwachen Gebieten verschiebt sich dieses Verhältnis zugunsten des Siedlungsabfalls, in Gebieten mit mehr Industrie in Richtung Marktkehricht.

Stand der Technik

Der Stand der Technik SdT wird auch oft als "best verfügbare Technologie" bezeichnet. Das Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL) erteilt Aufträge zur Abklärung des Standes der Technik für einzelne Abfallbehandlungsanlagen und macht deren Resultate öffentlich zugänglich.

Technik auf neustem Stand und wirtschaftliche Tragbarkeit sind Voraussetzungen für die Erteilung von Errichtungs- bzw. Baubewilligungen sowie für Betriebsbewilligungen und für die Wahl von Abfallbehandlungen. Dafür wurde ein zukunftsfähiges Vollzugsinstrument geschaffen, das

  • auf den übergeordneten Grundsätzen der Abfall- und Ressourcenwirtschaft basiert
  • von der bestehenden Entsorgungsinfrastruktur ausgeht und
  • die Weiterentwicklung im technologischen Bereich unterstützt.
Synergien

Das Coop-Areal bietet durch die Nähe zur heutigen Kehrichtverwertungsanlage und zur Abwasserreinigungsanlage (ARA) ein grosses Synergiepotenzial.

So kann beispielsweise über ein Arealnetz Strom (ohne Netznutzung) für die Power-to-Gas-Anlage an die ARA geliefert werden und das Regiowärmenetz künftig ohne Mehrkosten an eine neue Quelle angeschlossen werden.

Auch im Bereich des technischen Personals entstehen daraus willkommene Synergieeffekte.

Technische Lebensdauer

Sicherheitsaspekte, Investitionen in den Stand der Technik (Sauberkeit, Effizienz), ein zunehmendes Risiko für Betriebsausfälle usw. beeinflussen das Lebensende einer Kehrichtverwertungsanlage (KVA).

Die bestehende KVA erreicht um das Jahr 2035 das Ende ihrer technischen Lebensdauer. Bis dahin wird sie saniert, instandgehalten und geniesst Bestandesschutz gemäss geltender Moorschutzverordnung.

Eine umfassende Erneuerung bzw. ein Neubau an derselben Stelle ist nur möglich, wenn dabei die geltende Schutzverordnung eingehalten wird. Limitationen, bedingt durch Pufferzonen und Einschränkungen der Bauhöhen (Schattenwurf), verhindern, dass am bestehenden Standort eine Totalerneuerung der KVA möglich ist.

Ein Ersatzneubau am heutigen Standort ist aber auch wirtschaftlich nicht tragbar und nicht sinnvoll. Alleine die Ausfallkosten während der Bauarbeiten würden rund 100 Millionen Franken betragen.

Trägergemeinden

Limeco gehört den acht Trägergemeinden Dietikon, Geroldswil, Oberengstringen, Oetwil a.d.L., Schlieren, Unterengstringen, Urdorf und Weiningen. In ihrem Auftrag betreibt Limeco eine Kehrichtverwertungsanlage, eine Abwasserreinigungsanlage und ein Regiowärmenetz.

VBSA

Der Verband der Betreiber Schweizerischer Abfallverwertungsanlagen (VBSA) ist führend im Bereich der Schweizer Abfallwirtschaft. Die Mitglieder des VBSA sind Kaderleute und Betreiber verschiedenster Abfallanlagen. Der Verband setzt sich für eine nachhaltige, umweltgerechte und professionelle Abfallwirtschaft ein.

Verkehr

Verkehr Silbern

Die Nutzung des Coop-Areals mit einer neuen Kehrichtverwertungsanlage (KVA) hat eine Reduktion des Schwerverkehrs (Fahrzeuge > 3,5 Tonnen) im Gebiet Silbern um über 50 Prozent zur Folge: von heute 480 Fahrten pro Werktag (Coop + KVA) auf 215 Fahrten pro Werktag (neue KVA). Als Berechnungsgrundlagen dienen die Zahlen von Coop und Limeco, die Angaben beziehen sich auf den durchschnittlichen Werktagsverkehr.

Bildschirmfoto 2018 03 29 um 08.37.22

Verkehr Autobahn Urdorf

Höhere Tonnagen führen zu Mehrverkehr. Limeco weist diesen klar aus. Aussagekräftig ist dieser Wert jedoch nur im Verhältnis zum bereits bestehenden Verkehr und zum zukünftigen Nutzen einer CO2-freundlichen Energiequelle. Das gilt im Besonderen für das Verhältnis des Mehrverkehrs auf dem Nationalstrassennetz südlich der Trägergemeinden:

Bildschirmfoto 2018 03 29 um 08.34.43

Tabelle: Abschätzung maximaler Mehrverkehr Neubau KVA Limeco auf der Autobahn A3 in Urdorf (Zahlengrundlage: ASTRA, schweizerische automatische Strassenverkehrszählung, Messwerte A3 bei Urdorf von 2016).

Für die Autobahn A3 in Urdorf wird mit einem Mehrverkehr in beiden Fahrtrichtungen von maximal 35 bis 40 Fahrten pro Werktag (6.30 bis 17.30 Uhr) gerechnet. Dies entspricht einer Zunahme des Schwerverkehrs um weniger als 1 Prozent und weniger als 0,07 Prozent des Gesamtverkehrs (> 92'000 Fahrzeuge pro Werktag).

Verwertungskapazität

Die Schweizer Kehrichtverwertungsanlagen (KVA) haben den Auftrag, genügend Kapazität zur Verfügung zu stellen, damit der anfallende Abfall verwertet wird und Schadstoffe aus dem Wertstoffkreislauf herausgenommen werden (Schadstoffsenken). Dazu müssen die Kantone eine Abfallplanung erstellen. 

Damit bei geplanten Revisionen, ungeplanten Stillständen oder saisonalen Schwankungen stets genügend Kapazität zur Verfügung steht, sollte eine KVA mit maximal 90 bis 95 Prozent mit regionalem Abfall ausgelastet sein.

Solange sämtliche Anlagen normal betrieben werden und keine Revisionen anstehen, werden diese kleinen Überhänge durch ausländischen Abfall ausgeglichen. Entsprechend beträgt in der Schweiz der Import an Abfall aus dem angrenzenden Ausland zwischen 8 und 10 Prozent. 

2017 verwertete Limeco 4,3% Abfall aus Süddeutschland. Mit der Prognose des Kantons Zürich stehen ab 2025 keine solchen Kapazitäten mehr für ausländischen Kehricht zur Verfügung.

Volksabstimmung

Am 10. Juni 2018 findet in allen Trägergemeinden eine Volksabstimmung über den Kaufvertrag statt. Die Vorlage gilt als angenommen, wenn sie die Zustimmung der Mehrheit der Trägergemeinden erhält, darunter Dietikon oder Schlieren.

Im Fall einer Zustimmung entscheidet das Stimmvolk im Anschluss über den Bau einer neuen Kehrichtverwertungsanlage (KVA) anhand eines konkreten Projekts. Limeco wird die Planung aufgrund der Interessen der wichtigen Stakeholder im Auftrag der Trägerschaft vornehmen und dem Souverän zu gegebener Zeit ein konkretes Projekt vorlegen, das auch die Kapazität der Anlage beinhaltet. Mögliche Aus- und Neubauten erfolgen im Rahmen der Vorgaben Abfallplanung und der Richtplanung des Kantons Zürich.

Im Fall einer Ablehnung wird der Betrieb der KVA ums Jahr 2035 eingestellt. Denn ums Jahr 2030/2040 benötigt die Abwasserreinigungsanlage den Platz der heutigen KVA für den notwendigen Erweiterungsbau. Für den Betrieb von Regiowärme – beziehungsweise deren Ersatzquelle – muss ein ein neuer Standort gesucht werden, der innerhalb der Trägergemeinde liegt (Regiowärme-Perimeter). 

Vorkaufsrecht

Sollte Limeco das Grundstück (oder Teile davon) veräussern wollen, hat Limeco der Standortgemeinde Dietikon ein Vorkaufsrecht eingeräumt.

Website

Limeco informiert über den Landkauf auf der Unternehmenswebsite unter dem Bereich: www.limeco.ch/zukunft. Hier können auch der beleuchtende Bericht und der vertiefende Bericht als PDF heruntergeladen werden.

Werthaltigkeit

Die Werthaltigkeit des Coop-Areals ist langfristig. Die anerkannten und unabhängigen Immobilien-Experten von Wüest Partner (www.wuestpartner.com) gehen davon aus, dass der Wert des Coop-Areals mindestens stabil bleibt oder weiter steigt. Die Gründe:

  • Bevölkerungswachstum und Siedlungsdruck im Limmattal sind gross
  • Industrie- und Gewerbeland ist knapp im Kanton Zürich
  • Grosse, zusammenhängende Parzellen sind kaum verfügbar
Wirtschaftlichkeit

Limeco arbeitet mit spezialisierten Ingenieuren und Planern zusammen. Insbesondere wurden Studien erstellt für folgende Themen:

  • Wartungs- und Sanierungsstudie zur Bestimmung und Planung der Restlaufzeit der bestehenden Anlage (I.C.E. AG)
  • Verschiedene Machbarkeiten, sowohl auf dem bestehenden Gelände sowie auf dem Coop-Areal, für den Bau und Betrieb unterschiedlich grosser Anlagen (TBF + Partner)
  • Business-Cases Fernwärme für verschiedene Ausbauszenarien und Etappen (Durena AG)

Aufgrund all dieser Studien hat Limeco eine Cashflow-Rechnung erstellt. Diese basiert auf der aktuellen Eigenkapitalbasis und berücksichtigt auch die Kapitalkosten. Der Betrachtungszeitraum erstreckt sich ab heute über die Periode der Restlaufzeit der bestehenden Anlage (2030/2035) und über den Bau und Betrieb einer neuen Kehrichtverwertungsanlage (KVA). Diese Berechnungen wurden wiederum durch Ingenieure und Planer (TBF+Partner, Swissplan) verifiziert und auf ihre Sensitivitäten geprüft. Folgende Erwartungen resultieren daraus:

Bildschirmfoto 2018 03 29 um 09.07.17

1) Vollausbau vorausgesetzt
Die kantonale Aufsichtsbehörde verlangt für die Erteilung einer Betriebsbewilligung einer Neuanlage einen Einlieferpreis von rund 100 CHF/t. Das AWEL hat Einsicht in die Wirtschaftlichkeitsberechnung.

Zürcher Abfallverwertungs AG (ZAV)

ZAV hat eine zentrale Bedeutung für die Zusammenarbeit der fünf Betreiber von Kehrichtverwertungsanlagen im Kanton Zürich. Durch die Betreuung der Marktkehrichtkunden stellt sie die optimale Auslastung der Verwertungskapazitäten sicher und gewährleistet die Entsorgungssicherheit bei Anlagenstillständen. 

Zürcher Planungsgruppe Limmattal (ZPL)

Die ZPL ist die Planungsinstanz für den Raum Limmattal. Sie betreut den regionalen Richtplan. Trägerschaft ist der Zweckverband der elf Gemeinden des Bezirks Dietikon.