Urban Mining

Städte werden zu Rohstofflieferanten

Schutt, Schrott und Schlamm sind Quellen für Rohstoffe. Das sogenannte «Urban Mining» gewinnt an Bedeutung.

Abfall ist auch rein Rohstoff
Abfall ist auch rein Rohstoff

Wir Schweizer sind Weltmeister, wenn es ums Rezyklieren geht. 50 Prozent des Abfalls finden den Weg zurück in den Kreislauf. Die Quote der Wiederverwertung kann indes weiter gesteigert werden. Das Zauberwort der Stunde heisst «Urban Mining»: Ballungszentren werden zu Minen, der urbane Abfall avanciert zum kostbaren Schatz. 

Abfall ist ein Rohstoff

Städte sind immense Rohstofflieferanten. Denn Abfall ist nicht einfach Abfall. Abfall ist ein wertvoller Rohstoff. Alleine im Hauskehricht finden sich Metalle wie Eisen, Aluminium, Stahl, Kupfer, Messing, Zink und sogar Edelmetalle wie Silber oder Gold. 

Metall in der Kehrichtschlacke

Quellen von Eisen und Aluminium sind Verpackungsmaterialien, Verbundwerkstoffe und Küchenutensilien, für die Edelmetalle sind es in erster Linie Leiterplatten, Elektrogeräte und Mobiltelefone. Pro Tonne Schlacke fallen 120 Kilogramm Metall an. Gegenwert: Einige tausend Franken.
 
Baustoffe werden wiederverwertet

Auch die Bauindustrie ist längst auf den Zug «Urban Mining» aufgesprungen. Heute werden bis zu 80 Prozent der mineralischen Stoffe aus einem abgerissenen Bauwerk weiterverwendet. Recyclingbaustoffe stehen herkömmlichen Baumaterialien in nichts nach.

Wertvoller Elektroschrott

Elektroschrott hat zwar ein grosses Schadstoffpotential, enthält aber auch sehr wertvolle Ressourcen. Namentlich enthalten elektrische und elektronische Geräte für die Hightech- und IT-Branche wertvolle und in absehbarer Zeit immer knapper werdende und schwierig zu ersetzende Metalle. Darunter sind auch sogenannte Gewürzmetalle. Das sind chemische Elemente, die in der Regel zu den Seltenen Metallen gehören. Solche Metalle werden in einzelnen Geräten zwar nur in kleinsten Mengen verwendet, dafür kommen sie aber in millionenfacher Ausführung zur Anwendung.

Quelle: AWEL

Klärschlammverwertung von ERZ Entsorgung + Recycling Zürich

Klärschlamm als Phosphorquelle

Im August 2015 legte Limeco die Schlammverwertungsanlage nach 44 Jahren Betrieb still. Seither liefert Limeco den entwässerten Schlamm in die Schlammverwertungsanlage der Stadt Zürich ein. ERZ Entsorgung + Recycling Zürich verbrennt den gesamten kantonalen Schlamm, jährlich rund 100'000 t. Aus der Asche soll zukünftig Phosphor zurückgewonnen werden, ein lebenswichtiges, endliches Element für Pflanzen, Tiere und Menschen. Die Schweiz verfügt über keine natürlichen Vorkommen, die Rückgewinnung ist die einzige Alternative zum Import. In der Schweiz ist die im Klärschlamm gebundene Menge an Phosphor pro Jahr etwa gleich gross wie die mit Mineraldünger importierte Menge. Die Landwirtschaft setzt Phosphor als Dünger ein.