Tobias Wildi über die strategische Ausrichtung des Bereichs und die Optimierungen an der Kehrichtverwertungsanlage.
Tobias Wildi ist Leiter Thermische Verwertung von Limeco

Limeco erweiterte 2018 die Wärmeauskopplung der Kehrichtverwertungsanlage (KVA) und schloss damit die Überführung von einem strom- zu einem wärmegeführten Kraftwerk ab. Die 100% CO2-neutrale Abwärme der KVA wird in das Regiowärmenetz von Limeco eingespeist. Die bislang ungenutzte Wärmeleistung der KVA deckt den rasch anwachsenden Wärmeenergiebedarf. Die Planung von zusätzlichen Optimierungen und Effizienzsteigerungsmassnahmen zur Erhöhung der Wärmelieferkapazität der Anlage prägten das Jahr 2018.

Der Bereich Thermische Verwertung richtet sich in den kommenden Jahren systematisch auf die strategischen Zielsetzungen von Limeco aus.

Die heutige KVA erreicht 2033 das Ende ihrer technischen Lebensdauer. Um die Restlebensdauer von Anlagesystemen betriebswirtschaftlich optimal auf diesen Zeitpunkt abzustimmen, analysieren wir Investitionen und Instandhaltungsarbeiten systematisch und beschränken sie auf das Notwendigste. Dabei bleiben die Sicherheit und die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften jederzeit gewahrt. Dieser Balanceakt erfordert grosse Umsicht des Betriebs- und Instandhaltungspersonals. Es braucht einerseits fundiertes Wissen über den Zustand der Anlage, andererseits steht der treuhänderische Umgang mit den finanziellen Mitteln im Zentrum des Handelns.

Limeco verwertete 92'600 Tonnen Kehricht. Dies ist der höchste je erreichte Wert unter Berücksichtigung der beiden Stillstände für die Kesselrevisionen.

Im Berichtsjahr verwertete Limeco zuverlässig 92'600 t brennbaren Abfall. Berücksichtigt man die zwei geplanten Anlagenstillstände für Revision und Reinigungsarbeiten an den beiden Ofenlinien, konnte die Verbrennungskapazität sogar leicht gesteigert werden.

Die Ofenlinie 1 wurde zudem mit einem optimierten Verbrennungsluftsystem ausgerüstet und wichtige Anlagenteile sind ersetzt worden.

Veränderung Kehrichtanlieferungen

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Einheit 2018
Trägergemeinden % 0.2
DILECA % 2.5
Vertragsgemeinden Zürich % 1.7
Vertragsgemeinden Aargau % 0.6
Direktanliefernde % 2.6

 

Abfall

Von den insgesamt angelieferten 92'833 t Abfall stammten 44,4% aus den angeschlossenen Gemeinden und 55,6% von Direktanliefernden. Mit Stichproben prüft Limeco, ob der angelieferte Abfall die gesetzlichen Vorgaben erfüllt, den Annahmebestimmungen entspricht und korrekt deklariert ist. Jede Ofenlinie der KVA verwertete durchschnittlich 5,5 t Abfall pro Stunde.

Als wärmegeführte Kehrichtverwertungsanlage liefert Limeco zunehmend Wärme an die Kunden im Limmattal. Zusammen mit der Stromabgabe konnte die Energieeffizienz der Gesamtanlage gesteigert werden.

Regiowärme

2018 produzierte die KVA 32'660 MWh Wärme, die 91 Kunden entweder in Form von Heisswasser (3,5 bar und 120 °C) oder in Form von Dampf (19 bar und 400 °C) bezogen. Dank Regiowärme liessen sich über 4,8 Mio. l Heizöl einsparen.

Regiostrom

2018 stellte Limeco 68'160 MWh Strom für einen Energieversorger und für den eigenen Bedarf her. Das entspricht dem Verbrauch von 19'474 Haushalten.

Rauchgasreinigung

Die Rauchgasreinigungsanlage besteht aus Elektrofilter, Gaswäscher, Entstickungsanlage und einer Abscheidestufe für Dioxin und Furane. Flugasche und Staubpartikel setzen sich im Filter ab. Durch Nasswäsche sowie Entstickung entzieht Limeco dem Rauchgas die schädlichen Verbindungen Chlorwasserstoff, Fluorwasserstoff, Schwefeldioxid und Stickoxid sowie Schwermetalle wie Quecksilber. In einer weiteren Verfahrensstufe scheiden sich Dioxine und Furane in regenerierter Aktivkohle ab. Das Reingas verteilt sich über den Hochkamin unschädlich in der Atmosphäre. Im Berichtsjahr unterschritt es die Grenzwerte der Schweizer Luftreinhalte-Verordnung deutlich.

Abwasserbehandlung

In der Abwasserbehandlungsanlage durchläuft das Waschwasser aus dem Rauchgaswäscher drei Stufen: Neutralisation, Fällung und Flockung. Durch Zugabe von Chemikalien binden sich die Schadstoffe und setzen sich als Schlamm ab, der in einer Kammerfilterpresse entwässert wird. Das Prozessabwasser fliesst durch die Kanalisation in die 300 m entfernte Abwasserreinigungsanlage von Limeco, wo es nochmals mechanisch, chemisch, biologisch und durch Filtration gereinigt wird. Im Berichtsjahr unterschritt das Abwasser die Grenzwerte der Gewässerschutzverordnung deutlich.

Schlacke

Pro Tonne Kehricht fallen zwischen 180 und 250 kg Schlacke an, insgesamt 20'436 t im Jahr 2018. Daraus konnten 1’956 t Eisen, Aluminium, Kupfer, Messing und andere Buntmetalle zurückgewonnen werden. Die Verbrennungsqualität der KVA zeigt sich anhand des gesamten organischen Kohlenstoffs (TOC), der höchstens 2% des Schlackengewichts ausmachen darf. Mit durchschnittlich 0,78% unterschritt Limeco den national erlaubten Grenzwert deutlich.

Reststoffverwertung

Die in der Kesselanlage und im Elektrofilter gesammelte Asche (1'543 t), den Schlamm aus der Abwasserbehandlungsanlage (497 t) und die von Metall befreite Schlacke (18'441 t) lagerte Limeco gesetzeskonform auf Schweizer Reststoff- und Reaktordeponien ab.

Emissionen im Reingas

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Einheit Grenzwert Limeco Tagesmittelwert
Staub mg/m3 10 2,6 (26%)
Schwefeloxide (SO2) mg/m3 50 1,0 (2%)
Stickoxide (NOx) mg/m3 80 61,6 (77%)
Kohlenmonoxid (CO) mg/m3 50 8,5 (17%)
Schwermetalle (z.B. Quecksilber) mg/m3 0,1 - (unter 1%)
Limeco nahm mehrere Optimierungen an der Kehrichtverwertungsanlage vor.

Feuerung

Limeco nahm an der Ofenlinie 1 neue Verbrennungs-Luftvorwärmungen in Betrieb und ersetzte den Entschlacker.

Wärmeauskopplung

Um die Kapazität der Wärmelieferungen sicherzustellen, erweiterte Limeco die Wärmeauskopplung der KVA.

Verschiedenes

Die KVA ist mit dem Label «naturemade basic» zertifiziert. Das Zertifikat gilt bis Ende 2023. Unter dem Namen «Limeco Regiostrom» verkaufte Limeco einen Teil ihrer erneuerbaren Energie an die Stadt Dietikon. 20% sind «naturemade star»-zertifiziert und stammen aus Wasserkraft respektive Biomasse.

Limeco hielt im Berichtsjahr wiederum negative Tertiärregelleistung für Swissgrid vor und leistete so einen Beitrag zur Stabilisierung der Netzfrequenz.

Im Berichtsjahr führte Limeco 244 Abfallkontrollen durch und musste sieben technisch relevante Beanstandungen machen. Behördlich relevante Beanstandungen gab es keine.