Urnenabstimmung: Projektierungskredit und Erwerb Landreserve

Limeco muss die Abwasserreinigungsanlage (ARA) bis 2034 erweitern und bis 2050 neu bauen. Die Kehrichtverwertungsanlage (KVA) ihrerseits erreicht das Ende ihrer technischen Lebenszeit und muss bis 2034 ebenfalls erneuert werden. Im September 2023 kamen zwei Vorlagen zur Abstimmung: Projektierungskredit über 41,4 Millionen Franken sowie Erwerb des Hasler-Areals in Dietikon als strategische Landreserve für 18,0 Millionen Franken. Beide Vorlagen wurden klar angenommen, mit einem Ja-Stimmenanteil von über 80 Prozent.

Die Stimmberechtigten von Schlieren stimmen am 3. März 2024 separat über den Projektierungskredit ab. 

Erweiterungs- und Ersatzneubauten

Seit mehr als 60 Jahren reinigt Limeco das Limmattaler Abwasser und verwertet den regionalen Abfall und erfüllt damit den gesetzlichen Auftrag zum Wohl der Umwelt und im Dienst ihrer acht Trägergemeinden sowie der Limmattaler Bevölkerung.

Mehrere Treiber

Aufgrund der Vorgaben des Gewässer-, Umwelt- und Klimaschutzes muss die Abwasserreinigungsanlage (ARA) bis 2034 erweitert und bis 2050 neu gebaut werden. Letzteres, weil der heutige Standort im Antoniloch wegfällt. Die Kehrichtverwertungsanlage (KVA) ihrerseits erreicht das Ende ihrer technischen Lebenszeit und muss bis 2034 ebenfalls erneuert werden.

Weitere Treiber für die Erweiterungs- und Neubauten sind das Bevölkerungswachstum im Limmattal sowie verschärfte Regulatorien: bessere Reinigungsleistung der ARA (Stickstoff, Mikroverunreinigungen), höhere energetische Nutzung der Abwärme der KVA, Abscheiden von CO₂ aus dem Rauchgas der KVA.

Systemrelevantes Gesamtprojekt

Die Anlagen sind systemrelevant, ihre Lebenszeit beträgt mehrere Jahrzehnte. Es macht darum sowohl ökonomisch als auch ökologisch Sinn, die Erweiterungen und Erneuerungen trotz des langen Realisierungszeitraums als Gesamtprojekt zu betrachten und gesamtheitlich zu projektieren.

Im Verbund gewährleisten die neuen Infrastrukturen saubere Gewässer, eine ökologische Kehrichtverwertung und einen Beitrag zur sicheren und nachhaltigen Energieversorgung im Limmattal – auf Generationen hinaus.

Vorlage 1

Projektierungskredit über 41,4 Millionen Franken für die Planung von: Erweiterung ARA, Ersatzneubau KVA inkl. Abscheidung CO₂, Schnittstellen Energiegewinnung

Ziel des Projektierungskredits ist es, mit minimal notwendigen Mitteln ein genehmigungsfähiges Gesamtprojekt zu entwickeln, mit einer möglichst hohen Kosten-, Planungs- und Terminsicherheit.

Damit alle Anlagen auf den Arealen von Limeco nebeneinander Platz finden und optimal aufeinander abgestimmt sind, braucht es in einem ersten Schritt ein kombiniertes, umfassendes Projekt für die Erarbeitung von Verfahrenstechnik sowie Bau und Logistik.

Für die Umsetzung aller Projekte rechnet Limeco in den nächsten 25 Jahren mit einem Investitionsbedarf von rund einer Milliarde Franken. Die Abstimmung über den Realisierungskredit findet voraussichtlich 2026 statt.

Gemäss gesetzlichen Vorgaben für eine Interkommunale Anstalt erfolgt die Finanzierung von Projektierungskredit und Landkauf durch am Markt aufgenommenes Fremdkapital sowie Eigenmittel von Limeco.

Verwaltungsrat und Kontrollorgan von Limeco empfehlen Zustimmung zum Projektierungskredit.

Vorlage 2

Erwerb des Hasler-Areals in Dietikon als strategische Landreserve für 18,0 Millionen Franken (Kauf der Hasler Pflanzen AG)

Auf dem heutigen Areal der ARA im Antoniloch sind keine Neubauten möglich. Grund ist der Auenschutz von nationaler Bedeutung. Die Nutzungsfläche fällt zukünftig weg. Mit dem Kauf der Hasler Pflanzen AG und dem damit verbundenen Erwerb des Hasler-Areals in Dietikon kann Limeco den Flächenverlust annähernd ausgleichen.

Das Areal steht als Landreserve für Aufgaben von Limeco oder andere öffentliche Interessen zur Verfügung, beispielsweise für einen Landabtausch, falls andernorts geeignetere Flächen zur Verfügung stehen.

Der Preis beträgt 18,0 Millionen Franken. Bei einer Fläche von 13 851 Quadratmetern entspricht das einem Quadratmeterpreis von 1300 Franken.

In boomenden Regionen wie dem Limmattal ist der Siedlungsdruck hoch und geeignete, nahe Grundstücke für kommunale Infrastrukturen von Limeco sind rar. Der Kauf ist eine einmalige Chance.

Gemäss gesetzlichen Vorgaben für eine Interkommunale Anstalt erfolgt die Finanzierung von Projektierungskredit und Landkauf durch am Markt aufgenommenes Fremdkapital sowie Eigenmittel von Limeco.

Verwaltungsrat und Kontrollorgan von Limeco empfehlen Zustimmung zum Landkauf.

Gründe für neue Infrastrukturanlagen

Abwasserreinigungsanlage

Verfahrensstufe gegen Mikroverunreinigungen

Die ARA muss zukünftig 80 statt 70 Prozent Stickstoff eliminieren sowie Mikroverunreinigungen (Spurenstoffe) aus dem Abwasser entfernen, damit schädliche Rückstände von Medikamenten oder Kosmetikprodukten nicht mehr in Gewässer wie die Limmat gelangen. Letzteres geht nur über eine zusätzliche Verfahrensstufe. Die Investitionskosten betragen rund 30 Millionen Franken. Davon übernimmt der Bund bis zu 75 Prozent, sofern der Spatenstich spätestens 2035 erfolgt.

Mehr Menschen, grössere Kapazität

Die ARA in Dietikon ist nach Zürich und Winterthur die drittgrösste im Kanton. Sie stösst heute schon an die Grenzen ihrer Reinigungskapazität und wird deshalb laufend optimiert. Die Kapazitätserweiterung ist direkt abhängig vom Bevölkerungszuwachs sowie vom Wirtschaftswachstum im Limmattal.

Starkes Bevölkerungswachstum im Limmattal 

Das Limmattal zählt zu den Schweizer Regionen mit dem stärksten Wachstum. Das Statistische Amt des Kantons Zürich geht bis zum Jahr 2050 von einer Bevölkerungszunahme von knapp 40 Prozent aus. Dann werden rund 130 000 Menschen im Limmattal leben. 

Kehrichtverwertungsanlage

CO₂-Abscheidung

Die Betreiber von Schweizer Kehrichtverwertungsanlagen haben sich gegenüber dem Bund verpflichtet, Anlagen zur Abscheidung, Speicherung und Nutzung von CO₂ zeitnah einzusetzen. Für die neue KVA von Limeco wird die CO₂-Abscheidung aus den Rauchgasen deshalb mitgeplant. Als grosse CO₂-Punktquellen leisten Kehrichtverwertungsanlagen mit der Abscheidung von CO₂ einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung des Netto-Null-Ziels des Bundes. 

Effiziente Nutzung der Abwärme

Der Kanton Zürich hat den fünf Betreibern von Kehrichtverwertungsanlagen anspruchsvolle Ziele vorgegeben: Bis 2035 soll die Energienutzung aller Anlagen um einen Drittel gesteigert werden. Abwärme gilt als CO₂-neutrale Energie und hat noch grosses Nutzungspotenzial. Zur nachhaltigen Wärmeversorgung der Bevölkerung wie auch zur Erfüllung der kantonalen Vorgaben baut Limeco seit 2016 das Fernwärmenetz im Limmattal aus.

Technisches Lebensende

Die KVA erreicht um das Jahr 2034 ihr technisches Lebensende. Eine Sanierung ist aufgrund von neuen Anforderungen an den Stand der Technik, engen Platzverhältnissen und fehlender Wirtschaftlichkeit nicht zweckmässig. Limeco will darum einen Ersatzneubau realisieren, der mit der kantonalen Abfallplanung und den Trägergemeinden abgestimmt ist. Über die Verwertungskapazität stimmen die Limmattalerinnen und Limmattaler ab, wenn voraussichtlich 2026 der Realisierungskredit an die Urne kommt. Um diesen auszuarbeiten, sind die in diesem Bericht beschriebenen Projektierungen nötig. 

Energiegewinnung

Substanzieller Beitrag zur Energie- und Klimawende

Schärfere Regulatorien von Bund und Kanton zum Schutz der Natur, mehr Menschen im Limmattal, Notwendigkeit und Nachfrage nach sauberer Energie: Im Wissen, dass die Anlagen von Limeco einen wesentlichen Beitrag zur Deckung dieser Bedürfnisse leisten, haben Verwaltungsrat und Geschäftsleitung von Limeco die Vision definiert: «Bis 2050 ist das ganze Limmattal mit CO₂-neutraler Energie versorgt.» Weil Limeco einen substanziellen Beitrag zur Energie- und Klimawende leisten kann und leisten will.

Verbund aller Anlagen im Multi-Energy-Hub

Die Realisierung der Vision schafft Limeco nur gemeinsam mit Partnern, die ihren Beitrag an die Energiezukunft des Limmattals leisten. KVA und ARA sind dabei zentrale Bausteine im Limmattaler Energiezentrum (LEZ), das eine Umsetzung der Vision ermöglicht. Die Anlagen funktionieren im Verbund als Multi-Energy-Hub: Schlau verknüpft und intelligent gesteuert sorgen sie dafür, dass zum richtigen Zeitpunkt die richtige Menge der richtigen Energie in der richtigen Qualität am richtigen Ort zur Verfügung steht. Bewährte Technologie, Wirtschaftlichkeit, Nachhaltigkeit und Versorgungssicherheit bilden dafür die Grundlage.

Resultat: Über 80 Prozent sagen Ja

Die Limmattalerinnen und Limmattaler nehmen im September 2023 den Projektierungskredit für die Gesamterneuerung der Kehrichtverwertungsanlage (KVA) und der Abwasserreinigungsanlage (ARA) in Dietikon klar an. Ebenso stimmt die Bevölkerung dem Erwerb des Hasler-Areals als Landreserve zu.

Die Stimmberechtigten von Schlieren stimmen am 3. März 2024 separat über den Projektierungskredit ab. 

Meilensteine auf dem Weg in die Energiezukunft

Abfallverwertung und Abwasserreinigung sind der Grundauftrag von Limeco. Saubere Energie ist das Produkt, das daraus entsteht und den Menschen im Limmattal unmittelbar wieder zugutekommt. Deshalb will Limeco mit den neuen Anlagen das Maximum an CO₂-neutraler Energie aus den Rohstoffen Kehricht und Abwasser herausholen. Der Weg in die Energiezukunft: