Gabriela Kofel

Leiterin Kommunikation

Dietikon, 13. April 2022

Geschäftsbericht 2021

Erneut erfolgreiches Geschäftsjahr und Fortschritt in der Masterplanung 2050

Limeco verzeichnet ein weiteres, wirtschaftlich leistungsstarkes Jahr. Trotz verschiedener Herausforderungen war die Versorgungs- und Entsorgungssicherheit stets gewährleistet. Im Hinblick auf die Masterplanung 2050, die den langfristigen Betrieb von Limeco sicherstellen soll, wurde ein zentraler Grundstein gelegt: Das Weissbuch 1 bildet den Dialog rund um die Zukunft und Vision Limeco 2050 mit Trägergemeinden und Anspruchsgruppen ab.

«Nicht ohne Stolz, aber vor allem dankbar, dürfen wir erneut von einem sehr erfolgreichen Jahr sprechen. Vor dem Hintergrund der besonderen, erneut von der Pandemie beeinflussten Lage ist das bemerkenswert», freut sich Stefano Kunz, Präsident des Verwaltungsrates. «Es ist mir ein grosses Anliegen, unseren Mitarbeitenden und den Mitgliedern von Verwaltungsrat sowie Geschäftsleitung für ihr Engagement zu danken», unterstreicht Stefano Kunz. Die laufende Kostenoptimierung trugen dazu bei, dass Limeco einmal mehr einen hohen Betrag ins Eigenkapital überweisen konnte. Damit wird die finanzielle Basis für eine neue Kehrichtverwertungsanlage gestärkt und ein allfälliges Risiko der Trägergemeinden reduziert. Ein zunehmender Anteil an der wirtschaftlichen Leistung von Limeco kommt dem Bereich Erneuerbare Energien zu. Erfreulich ist dabei nicht nur der ökonomische Aspekt, sondern auch die Tatsache, dass der CO2-Ausstoss mit jedem Anschluss an das Fernwärmenetz substanziell vermindert wird.

Masterplanung und Vision Limeco 2050 für eine klimaneutrale Energieversorgung des Limmattals

Ein tragendes Element für die erfolgreiche Tätigkeit von Limeco ist die Sicherstellung des langfristigen Betriebs ihrer systemrelevanten Anlagen. Dies soll mit der Masterplanung 2050 erreicht werden, die die rechtzeitige Erstellung einer neuen Kehrichtverwertungsanlage (KVA) und der Erweiterungsbauten der Abwasserreinigungsanlage (ARA) zum Ziel hat. Verwaltungsrat und Geschäftsleitung haben vor diesem Hintergrund eine Vision formuliert: Bis 2050 soll das ganze Limmattal mit CO₂-neutraler Energie versorgt sein und Limeco will dafür mit eigenen Leistungen und Kooperationen einen bedeutenden Beitrag leisten. Die Vision 2050 und deren Konkretisierung in der Weiterentwicklung von Limeco zum Limmattaler Energiezentrum war Ausgangspunkt eines Dialogprozesses mit Trägergemeinden und Interessengruppen, abgebildet im Weissbuch 1 (www.weissbuch2050.ch). Limeco leistet heute schon einen substanziellen Beitrag zur Energieversorgung im Limmattal und agiert als kleines Energiezentrum: 2021 wurden die Vorbereitungen zur Inbetriebnahme der Power-to-Gas-Anlage aufgenommen, Sondierungsgespräche zu möglichen Kooperationen für die Erstellung von Holzheizwerken geführt und eine Beteiligung an Swisspower Green Gas AG abgeschlossen. «Wir wollen den klimaschützenden Energiekreislauf nach und nach schliessen, das heisst weg von fossilen Brennstoffen hin zu komplett erneuerbaren Ressourcen», sagt Geschäftsführer Patrik Feusi.

Die wichtigsten Fakten zum Geschäftsjahr 2021

Finanzen
Die Jahresrechnung 2021 zeichnet ein positives Bild über das gesamte Unternehmen. Dank einer soliden Selbstfinan­zierung musste das Fremdkapital nur um CHF 3 Mio. erhöht werden und das trotz hoher Investitionen von knapp CHF 30 Mio. Dank dem nach wie vor günstigem Zinsumfeld und der guten Bonität von Limeco war die Fremdfinanzierung wiederum zu sehr guten Konditionen möglich.

Abwasserwirtschaft
Intensive Niederschläge belasteten 2021 die Entwässerungsinfrastruktur und die Gewässer. Insgesamt reinigte die ARA 14 Mio. Kubikmeter Mischwasser, rund 2 Mio. mehr als im Vorjahr. Folge dieser grossen Wassermenge war eine Reduktion der Reinigungsleistung: Die angestrebte Gesamtstickstoff-Elimination blieb unter dem Zielwert. Dass auch bei starken Regenfällen weniger Mischwasser in die Kanalisation gelangt ist unter anderem Ziel einer modernen Siedlungsentwässerung. Limeco setzt sich in verschiedenen Arbeitsgruppen dafür ein, die Siedlungsentwässerung weiterzuentwickeln.

Thermische Verwertung
Die KVA verwertete über 95’000 Tonnen Abfall, was angesichts der Herausforderungen im Zusammenhang mit Pandemie und anspruchsvollen Instandsetzungsarbeiten keine Selbstverständlichkeit ist. Aus der Abwärme produzierte Limeco CO₂-neutrale Wärme (99’171 MWh) und Strom (57’281 MWh). Mit der Kennzahl «Energetische Netto-Effizienz (ENE)» kann genau beurteilt werden, wie effizient die Energienutzung einer Anlage ist. Das Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL) gibt ab dem Jahr 2023 einen Zielwert von über 0,65 vor. Im Jahr 2021 steigerte die KVA ihre Energieeffizienz von 0,63 auf 0,71 und erreichte damit den Zielwert bereits zwei Jahre früher als gefordert.

Regiowärme
Das Regiowärmenetz wurde weiter ausgebaut, mit knapp 8 zusätzlichen Trassee-Kilometern Versorgungsleitungen und 83 neu angeschlossenen Heizungsanlagen. Die 271 Regiowärme-Bezüger haben 92’024 MWh Energie bezogen. Zählt man den Absatz an heisser und kalter[1] Regiowärme zusammen, wurden 2021 im Vergleich zu Heizöl[2] 33’467 Tonnen CO₂ eingespart, was 591 Heizöltransporten entspricht.

Power-to-Gas
Die Bauarbeiten der ersten industriellen Power-to-Gas-Anlagen schritten planmässig voran. Die Eröffnung und voll­ständige Inbetriebnahme ist auf Frühjahr 2022 geplant. Weitere Informationen finden sich auf der Projektwebseite powertogas.ch.

Digitaler Geschäftsbericht

Der Geschäftsbericht mit allen Berichten und Betriebszahlen sowie Videos und Grafiken ist online unter geschaeftsbericht.limeco.ch/2021 verfügbar.

[1] Kalte Regiowärme: EKZ betreibt mit der Abwärme aus der ARA ein Fernwärmenetz im Limmatfeld

[2] Umrechnungskoeffizient von Heizöl zu CO₂ = x Liter Heizöl * 0.00264 Tonnen / Liter Heizöl