Gabriela Kofel

Leiterin Kommunikation

Dietikon, 31. Januar 2022

Weissbuch 1 Limeco 2050

Generationenprojekt in eine nachhaltige Energiezukunft für das Limmattal lanciert: Anliegen der Trägergemeinden und Interessengruppen in einem Weissbuch abgebildet

Die Kehrichtverwertungsanlage und die Abwasserreinigungsanlage von Limeco müssen erneuert bzw. ausgebaut werden. Wesentliche Gründe sind das starke Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum im Limmattal. Der Kauf des benachbarten Industrieareals ermöglicht Limeco den Aus- und Neubau am Standort Dietikon. Um die Bedürfnisse der Trägergemeinden und weiteren wichtigen Anspruchsgruppen in die Planung miteinzubeziehen, führte Limeco Dialoggespräche. Das daraus entstandene Weissbuch 1 stellt ein transparentes Gesamtbild dar und ist Richtschnur für die nächsten Entwicklungsschritte.

Die Kehrichtverwertungsanlage und Abwasserreinigungsanlage von Limeco müssen erneuert bzw. ausgebaut werden. Aus- und Ersatzneubauten werden notwendig, weil die Bevölkerung und die Wirtschaft im Limmattal stark wachsen und neue gesetzliche Anforderungen hinzukommen. 2018 hat die Stimmbevölkerung dem Kauf des benachbarten Industrieareals, auf dem Coop heute ein Verteilzentrale betreibt, deutlich zugestimmt. Das rund 40’000 Quadratmeter grosse Grundstück ermöglicht Limeco, die nächsten Entwicklungsschritte anzugehen. Die Neu- und Erweiterungsbauten der Anlagen sollen mit den Interessen der Trägergemeinden, der Bevölkerung und des übergeordneten Klima- und Umweltschutzes verknüpft werden. Limeco möchte sich am Standort Dietikon zum Limmattaler Energiezentrum LEZ entwickeln, die Limmattaler Bevölkerung mit CO₂-neutraler Energie versorgen und so einen substanziellen Beitrag zur Energie- und Klimawende leisten. Um dieses Generationenprojekt von Anfang an ent­sprechend ausrichten zu können, startete Limeco im Herbst 2020 einen Dialogprozess mit ihren acht Trägergemeinden (Dietikon, Geroldswil, Oberengstringen, Oetwil a.d.L., Schlieren, Unterengstringen, Urdorf, Weiningen) und weiteren wichtigen Anspruchsgruppen. Ergebnisse und Erkenntnisse sind im Weissbuch 1 transparent zusammengeführt. Das Buch zeigt die Standpunkte und Anliegen der Dialogpartner auf, die sich daraus ableitenden Perspektiven und Themenfelder sowie die zukünftigen Herausforderungen. Das Weissbuch 1 wurde publiziert und ist unter weissbuch2050.ch einsehbar. Gedruckte Exemplare können per E-Mail unter hc.ocemil@ofni kostenlos bestellt werden.

Kleeblatt mit vier gleichwertigen Themen

Im Weissbuchdialog haben die Trägergemeinden, die Baudirektion des Kantons Zürich, die Mitarbeitenden von Limeco und die beteiligten Anspruchsgruppen (IG Silbern, BirdLife Schweiz und Zürich, Pro Natura, WWF Zürich) unterschiedliche, teils gegensätzliche Anliegen eingebracht. Herauskristallisiert haben sich trotzdem vier gleichwertige Themen für die nachhaltige Zukunft des Limmattals:

  • Wasser: integrale Siedlungsentwässerung und Abwasserreinigung für den Zugang zu sauberem Wasser
  • Energie: Beitrag zur Klimawende und Versorgung der Haushalte mit klimaneutraler Energie
  • Natur: Schutz der Moor- und Auenschutzgebiete von nationaler Bedeutung als integraler Bestandteil des Generationenprojekts
  • Zusammenleben: zum Nutzen der Limmattaler Bevölkerung in Verantwortung für kommende Generationen

Im Symbol des Kleeblatts widerspiegelt sich die Haltung, diese vier Themen gleichwertig und respektvoll zu entwickeln.

Gemeinsames Verständnis dank Dialog

Stefano Kunz, Verwaltungsratspräsident von Limeco, freut sich über das Ergebnis: «Das Weissbuch schafft ein gemeinsames Verständnis für die unterschiedlichen Bedürfnisse und Anliegen unserer Trägergemeinden und der Anspruchsgruppen. Denn nur gemeinsam können wir zukunftsweisende Lösungen für die grossen Herausforderungen finden.» Markus Bircher, Leiter Strategieprojekte bei Limeco, führte den Dialogprozess: «Die Gespräche geben ein aufschlussreiches Bild über die Interessen der Mitwirkenden. Das Weissbuch 1 stellt ein zentrales Instrument dar, mit dem wir dieses Generationenprojekt weiterentwickeln können».

Von der Entsorgerin zum Limmattaler Energiezentrum LEZ

«Abfall und Abwasser sind auch Rohstoffe. Wir produzieren daraus heute schon CO₂-neutrale Wärme, Strom und grünes Gas», sagt Geschäftsführer Patrik Feusi. Mit dieser Ausgangslage haben Verwaltungsrat und Geschäftsleitung für Limeco eine Vision entwickelt: Versorgung des Limmattals mit einem wachsenden Anteil an CO₂-neutraler Energie und Förderung der Energie- und Klimawende. Ganz im Sinn der Kantonsverfassung, gemäss der die Lebensgrundlagen der kommenden Generationen zu erhalten sind. Konkretisiert werden diese Ziele mit dem Konzept «Limmattaler Energiezentrum», abgekürzt LEZ. «Mit LEZ können wir einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit der Menschen im Limmattal und zum Netto-Null-Klimaziel des Bundes leisten», so Feusi weiter.

Studienauftrag startet am 1. Februar 2022

Das Weissbuch 1 ist Richtschnur und Ausgangspunkt für die nächsten Schritte. In einem Wettbewerbsverfahren hat Limeco aus einem hochkarätigen Bewerberfeld drei Teams mit Kompetenzen in Städtebau und Architektur, Landschaftsarchitektur und Verkehrsplanung ausgewählt. Sie werden für die zukünftige Nutzung der Grundstücke von Limeco mögliche Lösungen ausloten und mit dem Beurteilungsgremium diskutieren. Zwischenergebnisse werden den Trägergemeinden und Anspruchsgruppen in einem Echoraum vorgestellt und mit ihnen gespiegelt. Die Resultate des Studienauftrags werden im Weissbuch 2 zusammengefasst und transparent dokumentiert. Das ist die Basis für die Ausarbeitung des Gestaltungsplans.

Limmattaler Energiezentrum LEZ

CO₂-neutrale Wärme, Strom und grünes Gas aus Abfall und Abwasser: Mit dem Multi-Energy-Hub kann die Unternehmensvision von Limeco Wirklichkeit werden. Eine schlaue Lösung im Sinne der Klima- und Energiewende und der Kantonsverfassung, gemäss der die Lebensgrundlagen der kommenden Generationen zu erhalten sind:

HEIZUNGEN DEKARBONISIEREN
Der Multi-Energy-Hub versorgt das Limmattal mit CO₂-neutraler Heizwärme

SOMMER-SOLARSTROM FÜR DEN WINTER SPEICHERN
Der Multi-Energy-Hub produziert mit der Power-to-Gas-Anlage speicherbares Methan, z.B. für Winterstrom

UNVERMEIDBARE CO₂-EMISSIONEN KOMPENSIEREN
Der Multi-Energy-Hub entnimmt dem Kreislauf CO₂ und trägt so zum Netto-Null-Ziel des Bundes bei

VOLATILE STROMQUELLEN PHOTOVOLTAIK UND WIND AUSGLEICHEN
Der Multi-Energy-Hub reguliert Stromproduktion und -verbrauch und sorgt so für ein stabiles Netz

UNTERSTÜTZUNG BEI STROMMANGELLAGE
Der Multi-Energy-Hub hilft mit regionaler Produktion, einen Blackout zu überwinden

Das Bildmaterial darf mit dem Hinweis «© Limeco» frei verwendet werden.