Vorsicht: Viele Ablaufschächte führen direkt in Gewässer

Wussten Sie, dass jeder dritte Ablaufschacht direkt in einen Bach, Fluss oder See führt? Eine kleine Plakette mit grosser Wirkung schützt unsere Gewässer.

Carmen Rüegg

Managerin Marketing & Kommunikation
Rondelle gegen Gewässerverschmutzung
Darum gehts

Jeder dritte Ablaufschacht in der Schweiz führt direkt in einen Bach, Fluss oder See — nicht in eine Abwasserreinigungsanlage. Putzwasser, Schadstoffe aus Zigarettenfiltern oder Unkrautvertilger gelangen so ungefiltert in die Gewässer. Ein einziger Zigarettenstummel kann bis zu 1000 Liter Wasser verschmutzen. Mit der Rondelle des Verbands Schweizer Abwasser- und Gewässerschutzfachleute (VSA), eine zehn Zentimeter grosse Plakette mit der Aufschrift «Kein Schmutzwasser ins Gewässer», können Schächte markiert werden. Sie ist im VSA-Shop erhältlich.

Hand aufs Herz: Haben Sie sich schon mal gefragt, was mit dem Wasser passiert, das durch den Schachtdeckel verschwindet? Die meisten Menschen gehen davon aus, dass alles in die Kläranlage fliesst. Klingt logisch, stimmt aber nicht. Entsprechend sorglos wird mancherorts Schmutzwasser im nächsten Ablaufschacht entsorgt.

Schmutzwasser kann fatale Folgen haben

Alles, was im Schacht landet, schwimmt unter Umständen kurz darauf in der Limmat: der Eimer voll Putzwasser, das Waschwasser fürs Auto, Velo oder Paddelboard, der in den Schacht geschnippte Zigarettenstummel. Fischsterben oder Trinkwasserverschmutzung können die fatalen Folgen sein. Übrigens: Ein einziger Zigarettenfilter kann bis zu 1000 Liter Wasser verschmutzen. Auch auf dem Boden ausgetretene Zigaretten sind schädlich: Giftstoffe gelangen mit dem Regenwasser in den Boden.

Zigarettenstummel vor einem Wasserschacht

Achtlos wegschnippte Zigaretten können über Schächte direkt in einem Gewässer laden.

Klein und rund: die Rondelle

Hier kommt die Rondelle ins Spiel. Sie ist eine wetterfeste Plakette mit rund zehn Zentimetern Durchmesser und der unmissverständlichen Aufschrift «Kein Schmutzwasser ins Gewässer». Entwickelt wurde sie vom Verband Schweizer Abwasser- und Gewässerschutzfachleute (VSA). Die Rondelle wird direkt neben Ablaufschächten montiert, die in ein Gewässer oder ins Grundwasser münden, also genau dort, wo es drauf ankommt.

Die Plakette ist robust und lässt sich auf Strassenbelag, Naturstein, Beton und vorfabrizierten Betonsteinen montieren. Das Praktische: Die Rondelle eignet sich nicht nur für öffentliche Strassen, auch auf Privatgrundstücken lassen sich Abläufe kennzeichnen – zum Beispiel auf Terrassen oder Garagenvorplätzen. So wissen Mieterinnen und Mieter auf einen Blick, dass hier kein Schmutzwasser reingehört.

Gewässerschutz? Auch Ihre Sache

Gewässerschutz klingt nach Behördenarbeit bei Bund, Kanton und Gemeinde. Das stimmt. Aber das Schweizer Gewässerschutzgesetz richtet sich auch an Unternehmen und Privatpersonen. Die drei Grundsätze sind denkbar einfach:

  • Sorgfaltspflicht: Wir alle sind zur Sorgfalt verpflichtet, um nachteilige Einwirkungen auf die Gewässer zu vermeiden.
  • Verbot: Wir dürfen Stoffe, die Wasser verunreinigen können, weder mittelbar oder unmittelbar in ein Gewässer einbringen oder versickern lassen. Wir dürfen solche Stoffe auch ausserhalb eines Gewässers weder ablagern noch ausbringen, sofern dadurch die konkrete Gefahr einer Verunreinigung des Wassers entsteht.
  • Verursacherprinzip: Wer eine Gewässerverschmutzung verursacht, trägt die Kosten für deren Beseitigung.

Wer also schädliches Putzwasser in den Strassenschacht kippt, handelt nicht nur nachlässig, sondern rechtswidrig. Und wer einen Umweltschaden verursacht, haftet persönlich.

Autowaschen auf dem Parkplatz? Keine gute Idee! Das Waschwasser könnte direkt in der Limmat landen.

Was rund um den Schacht zählt

Sie müssen kein Umweltprofi sein, um einen Unterschied zu machen. Achten Sie einfach darauf, was im Schacht landet:

  • Kein Putz- oder Waschwasser in den Strassenschacht schütten. Das Wasser fliesst möglicherweise direkt in den nächsten Bach.
  • Keine Zigaretten auf dem Boden ausdrücken, in einen Schacht oder den Rinnstein schnippen. Ein Zigarettenfilter kann mit seinen giftigen Inhaltsstoffen bis zu 1000 Liter Wasser verschmutzen.
  • Keine Unkrautvertilger auf Kieswegen, Steinplatten oder Vorplätzen einsetzen. Was dort aufgetragen wird, gelangt schnurstracks ins Grundwasser. Seit 2023 gelten strengere Zulassungsbedingungen für den Verkauf.
  • Schmutzwasser nach Malerarbeiten, Reste von Pflanzenschutzmitteln oder der Inhalt von Campingtoiletten: alles Sonderabfall. Unbedingt fachgerecht entsorgen, niemals im Strassenschacht.
  • Auch auf dem eigenen Grundstück gilt: Terrassenabläufe und Garagenrinnen können direkt in ein Gewässer münden. Im Zweifelsfall bei Ihrer Gemeinde nachfragen oder eine Rondelle montieren lassen. Rondellen sind im VSA-Shop erhältlich.