Mikroverunreinigungen wie Rückstände von Medikamenten und Pestiziden, hormonaktive Substanzen sowie Inhaltsstoffe aus Kosmetika schädigen Wasserlebewesen bereits in geringen Konzentrationen.
Dazu kommt Mikroplastik: Kunststoffteilchen zwischen 0,0001 und 5 Millimetern aus Textilfasern, Kosmetik- und Pflegeprodukten oder Reifenabrieb. Laut dem kantonalen Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL) tragen Zürcher Abwassereinigungsanlagen täglich rund 30 Milliarden Mikroplastikpartikel in die Gewässer ein – und das, obwohl bereits etwa 90 Prozent rausgefiltert werden. Noch zwei weitere schockierende Zahlen: Rund 14’000 Tonnen Plastik gelangen jährlich in Schweizer Böden und Oberflächengewässer. Und etwa 10 Prozent des weltweit produzierten Plastiks landen in den Ozeanen, wo es sich ansammelt und kaum abgebaut wird. Mikroplastik kann von kleineren Organismen aufgenommen und in der Nahrungskette weitergegeben werden.
Das macht Limeco gegen Mikroverunreinigungen
Die ARA von Limeco in Dietikon zählt zu den am drittstärksten belasteten Kläranlagen im Kanton. Bis ums Jahr 2035 muss sie Mikroverunreinigungen aus dem Abwasser filtern können. Während andere Anlagen auf Ozonung setzen, ist das für Limeco keine Option: Industriebetriebe im Einzugsgebiet leiten Bromid ein, das zusammen mit Ozon krebserregendes Bromat bilden würde. Limeco setzt deshalb auf Pulveraktivkohle, ein robustes Verfahren, bei dem Spurenstoffe an feinkörniger Kohle haften und anschliessend mit dem Klärschlamm verbrannt werden.
Nutzen für die Limmat und ihre Lebewesen
Die neue Reinigungsstufe reduziert hormonaktive Substanzen, die Fortpflanzung und Verhalten von Fischen und Amphibien stören. Weniger Medikamentenrückstände schützen empfindliche Organismen wie Bachflohkrebse – wichtige Bioindikatoren für die Wasserqualität. Auch Wasserinsekten und Algengemeinschaften profitieren vom geringeren Pestizideintrag. Die Limmat als Lebensraum für Forellen, Äschen und zahlreiche Kleinstlebewesen gewinnt dadurch an Qualität.
Die technische Aufrüstung der ARA ist ein wichtiger Schritt, doch das allein genügt nicht: Je weniger problematische Stoffe ins Abwasser gelangen, desto besser für unsere Gewässer.
Was können Sie tun?
- Apps wie «CodeCheck» oder «Beat the Microbead» nutzen: sie erkennen über den Barcode, ob ein Produkt Mikroplastik enthält.
- Produkte mit Mikroplastik meiden und durch natürliche Alternativen ersetzen: zum Beispiel Naturkosmetik mit gemahlenen Nussschalen oder Tonerde statt Kunststoffpartikeln.
- Putzschwämme für die Küche aus natürlichen Materialien bevorzugen.
- Textilien aus natürlichen Fasern wie Baumwolle oder Leinen bevorzugen: synthetische Fasern geben bei jedem Waschgang Mikroplastik ans Abwasser ab.
- Abgelaufene Medikamente in der Apotheke zurückgeben und auf keinen Fall über die Toilette oder im Kehricht entsorgen.
- Biologisch abbaubare Reinigungsmittel verwenden und auf Desinfektionsreiniger im Haushalt verzichten.
- Im Garten keine chemischen Pflanzenschutzmittel oder Unkrautvernichter einsetzen.
