Weniger Lebensmittel wegwerfen

Bewusster konsumieren statt achtlos wegwerfen: Tipps und Infos rund um Food Waste.

Carmen Rüegg

Managerin Marketing & Kommunikation
Schweizer werfen pro Kopf und pro Jahr 90 Kilo Lebensmittel weg.

Schweizerinnen und Schweizer werfen pro Kopf und Jahr rund 90 Kilogramm Lebensmittel weg. Disclaimer: Bild KI-generiert.

Darum gehts

Bezogen auf die Schweiz fallen jedes Jahr mehr als 2,8 Millionen Tonnen Lebensmittelverluste entlang der gesamten Wertschöpfungskette an: vom Feld über Verarbeitung, Handel und Gastronomie bis zu den Haushalten. Erfahren Sie, wo Food Waste entsteht, warum das Umwelt und Portemonnaie belastet und was wir im Alltag dagegen tun können.

Ein Drittel aller essbaren Anteile von Lebensmitteln geht zwischen Acker und Teller verloren oder wird verschwendet. Im Abfall landen angebissene Sandwiches, einwandfreie Früchte, abgelaufene Milchprodukte, ja sogar ganze Mittagessen. Auf den Lebensmittelkonsum der Schweiz hochgerechnet, entstehen jährlich mehr als 2,8 Millionen Tonnen Lebensmittelverluste entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Besonders stark ins Gewicht fallen Verarbeitung, Haushalte und Landwirtschaft.

Lebensmittelverluste
in der Schweiz pro Jahr:

  • Verarbeitung: 1’288’000 Tonnen
  • Haushalte: 720’000 Tonnen
  • Gross- und Detailhandel: 270’000 Tonnen
  • Landwirtschaft: 211’000 Tonnen
  • Gastronomie: 190’000 Tonnen

Die Zahlen sind hoch und zeigen: Es gibt noch viel Spielraum. Im Haushalt werfen wir rund 50 Kilogramm Lebensmittel über den Kehricht weg. Durchschnittlich entsorgt eine Person jährlich 23 Kilo Rüstabfälle, 25 Kilo Lebensmittel wie Milchprodukte, Obst und Gemüse sowie 2,2 Kilo Fisch und Fleisch im Hauskehricht. Damit belegt die Schweiz im europäischen Vergleich einen Spitzenplatz. Das hat auch Einfluss auf die Klimabilanz. Könnten wir ein Drittel der heutigen Lebensmittelverluste verhindern, liessen sich gemäss WWF Schweiz die CO2-Emissionen massiv reduzieren.

«mindestens haltbar bis»

Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist kein Wegwerfdatum. Bis zu diesem Zeitpunkt garantiert der Hersteller bei richtiger Lagerung die Qualität des Lebensmittels, also zum Beispiel Geruch, Geschmack, Farbe und Konsistenz. Ist das Datum abgelaufen, heisst das noch nicht automatisch, dass das Lebensmittel verdorben ist. Ob es nach dem Mindesthaltbarkeitsdatum noch geniessbar ist, lässt sich oft mit den eigenen Sinnen und gesundem Menschenverstand überprüfen: Sieht das Produkt einwandfrei aus? Riecht es noch gut? Schmeckt es? Wenn alles passt, können viele Lebensmittel auch nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums genossen werden.

Die meisten Lebensmittel sind bei richtiger Lagerung einige Tage bis zu einem ganzen Jahr über das Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus haltbar und bedenkenlos essbar:

+ 360 Tage: Teigwaren, Reis, Tee, Kaffee usw.
+ 120 Tage: Fette, Öle, Müesli usw.
+ 90 Tage: Tiefkühlprodukte
+ 30 Tage: UHT-Milch, Hartkäse, Snacks usw.

«zu verbrauchen bis»

Das Verbrauchsdatum steht auf leicht verderblichen Lebensmitteln, die gekühlt aufbewahrt werden müssen, zum Beispiel auf Frischfleisch, Fisch, Fertiggerichten, Fertigsalaten, Frischkäse, Meeresfrüchten oder Sandwiches. Bei diesen Produkten können sich krankmachende Keime vermehren, ohne dass man es dem Lebensmittel ansieht und ohne es zu riechen oder zu schmecken.

Ältere Personen, Schwangere und kleine Kinder sollten oben genannte Produkte über das Verbrauchsdatum hinaus nicht mehr essen und vor allem das Verbrauchsdatum von Frischprodukten strikt beachten. Wenn die Verpackung aufgebläht oder beschädigt ist, gilt generell und unabhängig vom aufgedruckten Datum: weg damit.

Anti-Verschwendungstipps

  • Einkauf planen
  • Nicht hungrig einkaufen gehen
  • Frischprodukte in überschaubaren Mengen kaufen
  • Saisonale und regionale Produkte bevorzugen
  • Lebensmittel korrekt lagern (Lagerhinweise auf der Verpackung)
  • Reste verwerten
  • Essbare Teile von Gemüse und Früchten mitverwenden
  • Organische Reste in die Bioabfallsammlung der Gemeinde geben

Bioabfallsammlung für Reste aus Küche

Wenn es sich nicht vermeiden lässt, Lebensmittel wegzuwerfen, sammeln die Limmattaler Gemeinden in der Bioabfallsammlung neben dem pflanzlichen Gartenabfall auch Ihre organischen Rüst- und Speisereste. Ein doppelter Gewinn: Für Sie, weil die Sammlung gratis ist und Sie weniger Gebührensäcke brauchen. Für die Natur, weil im Vergärwerk von Biogas Zürich Mikroorganismen den organischen Abfall in CO₂-neutrales Biogas sowie hochwertige Düngeprodukte für die Landwirtschaft umwandeln. Das umweltfreundliche Biogas heizt Tausende von Wohnungen.

Die darüber hinaus hergestellten und für den Privathaushalt geeigneten Kompost- und Erdenprodukte können Sie bei Biogas Zürich kaufen und für Ihren Garten oder Balkon nutzen – Kreislauf geschlossen. Apropos Kreislauf: Mit einem Wurmkomposter produzieren Sie aus Küchenabfall Ihren eigenen hochwertigen Humus.

Auf den Lebensmittelkonsum der Schweiz hochgerechnet, entstehen jährlich mehr als 2,8 Millionen Tonnen Lebensmittelverluste entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Mit 1’288’000 Tonnen entsteht der grösste Anteil an Food Waste in der Lebensmittelverarbeitung, gefolgt von den Haushalten mit 720’000 Tonnen.

Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist kein Verfallsdatum. Bis dahin garantiert der Hersteller die Qualität, etwa Geschmack, Geruch und Konsistenz, bei richtiger Lagerung. Teigwaren, Reis und Kaffee sind bis zu 360 Tage darüber hinaus geniessbar, UHT-Milch und Hartkäse rund 30 Tage. Die Sinnesprüfung ist zuverlässiger als das Datum: sehen, riechen, schmecken. Wenn die Sinne reagieren, nicht konsumieren!

Das Verbrauchsdatum gilt für leicht verderbliche, gekühlte Produkte wie Frischfleisch, Fisch, Fertiggerichte, Fertigsalate, Frischkäse, Meeresfrüchte oder Sandwiches. Es ist strikt einzuhalten.

Gut planen, nicht hungrig einkaufen gehen, Frisches in kleinen Mengen kaufen, saisonal und regional bevorzugen, Lebensmittel korrekt lagern, Reste verwerten, organischen Abfall in die Bioabfallsammlung geben – so einfach!