Thomas Di Lorenzo über ein intensives Jahr: Die Abwasserreinigungsanlage optimiert ihre Infrastrukturen parallel zum Bevölkerungswachstum.
Thomas Di Lorenzo ist Leiter Abwasserwirtschaft von Limeco

Reinigungsleistung

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Einheit 2015 2016 2017
Chemischer Sauerstoffbedarf (CSB) % 99,0 95,1 95,0
Gesamte ungelöste Stoffe (GUS) % 99,1 98,9 99,0
Gesamtphosphor (Ptot) % 91,2 90,0 91,0
Ammoniumstickstoff (NH4-N) % 97,7 99,1 98,8

Das Bevölkerungswachstum im Einzugsgebiet hält an: 2017 reinigte die ARA von Limeco 12,39 Millionen m3 Mischwasser von 80'281 Einwohnern. Weil es weniger geregnet hatte als im Vorjahr, sank die Menge des gereinigten Mischwassers deutlich. Die Reinigungsleistung entspricht dem Vorjahr. 

Im ersten Jahr seit der Stilllegung der Schlammverwertungsanlage sowie nach der Inspektion des Schlammfaulungssystems wurde das gesamte Klärgas in den Blockheizkraftwerken in elektrische Energie umgewandelt: total 2'975'528 kWh. 

Die Menge an Hausklärgrubenschlamm stieg gegenüber dem Vorjahr deutlich um 108,8 m3. Der Grund war ein Umbau im Klärwerk Werdhölzli in Zürich. Mehrere Anliefernde wichen während der Bauzeit ins Limmattal aus. 

Entwässerung Fahrweid

Eine grosse Hürde konnte beim Projekt «Entwässerung Fahrweid» genommen werden. Weil mitunter die Abwasserkanäle aus den 1960er-Jahren für die gewachsene Fahrweid zu klein dimensioniert sind, kommt es bei starkem Regen regelmässig zu einem Rückstau in der Kanalisation. Das fäkalienbelastete Abwasser tritt auf öffentliche Strassen und Wege aus und dringt in private Liegenschaften ein. Die Bevölkerung der Gemeinden Geroldswil und Weiningen stimmten im September 2017 über die Sanierung der betroffenen Teilstücke ab und bewilligten Ausgaben über 11,2 Millionen Franken: 

– Ersatz der kommunalen Abwasserkanäle in der Fahrweidstrasse und der Austrasse
– Ersatz des Hauptsammelkanals von der Fahrweidstrasse bis zum Pumpwerk «Länggenbach» 
– Erweiterung des Pumpwerks «Länggenbach»  

Die Massnahmen werden künftige Rückstaus verhindern. Im Berichtsjahr wurde mit der Planung begonnen, die Bauarbeiten starten Mitte 2018. Die Sanierung wird voraussichtlich Ende 2020 abgeschlossen sein.  

Power-to-Gas

Limeco will in Zukunft ihr Klärgas aufbereiten und ins Erdgasnetz einspeisen. Initiiert durch Swisspower, ist mit acht kooperierenden Stadtwerken die erste industrielle Power-to-Gas-Anlage geplant: Mit hochwertigem Strom aus der KVA produziert sie Wasserstoff und wandelt das im Klärgas enthaltene Kohlendioxid in erneuerbares Methangas um. Dieses ergänzt das im Klärgas bereits enthaltene Methangas. Ins Gasnetz eingespeist, ersetzt es fossiles Erdgas. So wird aus Abfall und Abwasser ein vielseitiger, erneuerbarer Energieträger, der genau dann zur Verfügung steht, wann und wo er gebraucht wird. 

Im Berichtsjahr wurde die technische Machbarkeit überprüft und der Genehmigungsantrag an die acht Trägergemeinden gestellt. Einmal in Betrieb, kann die Anlage rund 4'000 t CO2 pro Jahr substituieren.

Bauliche Optimierungen

Im Filter West erhöhte Limeco die Leistung durch Installation einer automatischen Düsenreinigung. Effizientere Gebläse für die Nitrifikationsbecken brauchen rund einen Viertel weniger Strom. Beim Regenbecken Kindhausen (Bergdietikon) wurden eine neue, steuerbare Abflussdrossel und die Elektroinstallationen projektiert.