Stefano Kunz über das Geschäftsjahr 2017 und die Sicherung der wichtigen Landreserve.
Stefano Kunz ist Präsident des Verwaltungsrats von Limeco

Geschätzte Leserin, geschätzter Leser

2017 war für Limeco das intensivste und bewegteste Geschäftsjahr seit langem – auch für mich als neuen Verwaltungsratspräsidenten. Es stand ganz im Zeichen der Sicherung der für uns existenziell wichtigen Landreserve.

Projekt EVA

Limeco beendete das Projekt EVA (Effiziente Verwertung von Abfall), das 2015 gemeinsam mit der KVA Turgi und der KVA Buchs gestartet worden ist. Es sollte die Chancen einer künftigen gemeinsamen Kehrichtverwertungsanlage mit einer Verwertungskapazität von 200'000 t pro Jahr prüfen. Weil kein einziger der zwölf evaluierten Standorte für eine gemeinsame Anlage zur Verfügung stand und der politische Support für eine kantonsübergreifende Lösung fehlte, mussten wir die Idee begraben. Wir bedauern diesen Schritt sehr.  

Landkauf

Parallel zu EVA hat Limeco die Planung einer selbstständigen Zukunft vorangetrieben. Mit der Coop-Genossenschaft konnten wir uns über den Kauf des direkt an die heutige KVA angrenzenden Grundstücks einigen. Mit dem Erwerb kann Limeco die dringend benötigte Landreserve sichern. Sowohl die ARA (Erweiterung) als auch die KVA (Ersatzneubau) brauchen um das Jahr 2035 mehr Platz. Das Coop-Areal ist eine vorausschauende und lohnenswerte Investition: 

– Erweiterung und Erneuerung ohne Betriebsunterbrüche
– Weiterentwicklung am bewährten Standort in Dietikon
– Entlastung des nahen Naturschutzgebiets
– Weniger Schwerverkehr und Lärm im Quartier
– Keine Kosten für die Trägergemeinden

Vor allem wahrt der Landkauf die volle Entscheidungsfreiheit über zukünftige Investitionen. Der Kauf nimmt keine späteren Entscheidungen vorweg: Über die künftige Erneuerung der KVA entscheiden die Trägergemeinden und die Stimmberechtigten separat, wenn konkrete Projekte vorliegen. 

Das letzte Wort haben nun die Stimmberechtigten unserer acht Trägergemeinden: Am 10. Juni 2018 entscheiden sie an der Urne über die Annahme des Kaufvertrags. Den beleuchtenden und den vertiefenden Bericht finden Sie unter www.limeco.ch/zukunft

Gesamtschau 2050

Erschliessung des Limmattals mit Regiowärme, Sicherung einer Landreserve, Ersatzneubau der KVA und Erweiterung der ARA: Bis ins Jahr 2035 stehen Investitionen von mehr als 500 Millionen Franken an. Ein grosser Betrag, der auf Limeco zukommt. Aber: Es sind wertvolle, sinnvolle und nachhaltige Investitionen. Sie werden einerseits nötig, weil die Bevölkerung im Limmattal stark wächst, andererseits weil ein Grossteil der Infrastruktur von Limeco das Ende seiner Lebensdauer erreicht und ersetzt werden muss.

Darum hat Limeco ein Instrumentarium für ihre Führungsgremien erarbeitet: Die «Gesamtschau 2050» sichert einen gesamtheitlichen Blick über die anstehenden Projekte, Investitionen und Finanzierungen. Basierend auf Fakten und Zahlen kann eine zielführende Diskussion stattfinden, die nicht von Emotionen oder Meinungen geleitet ist, sondern bei der es um die Sache geht: die saubere Zukunft unseres Limmattals. 

Kapazitäts- und Standortplanung

Die Kapazitäts- und Standortplanung für die thermische Verwertung von Abfall wird jährlich überprüft. 2017 fand die erste Kapazitätskonferenz mit dem Baudirektor des Kantons Zürich, Regierungsrat Markus Kägi, statt. Das kantonale Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL) konsolidierte die Bedürfnisse der fünf KVA-Betreiber (Zürich, Winterthur, Hinwil, Horgen und Dietikon). Limeco wurde eine Kapazität von 160'000 t pro Jahr zugeteilt. Wir begrüssen diesen Entscheid des Regierungsrats, legt er doch die Basis für einen wirtschaftlichen Betrieb einer neuen KVA. Von der grösseren Kapazität werden auch die Trägergemeinden profitieren, da der Entsorgungspreis deutlich sinken wird. Zudem garantiert sie die Versorgung der Limmattaler Gemeinden mit erneuerbarer Energie in Form von Regiowärme.

Jean-Pierre Balbiani

Der Verwaltungsrat von Limeco hat sich für die laufende Amtsperiode neu konstituiert, da Jean-Pierre Balbiani sein Amt als Präsident zur Verfügung gestellt hat. Im Namen des Verwaltungsrats danke ich meinem Vorgänger für sein grosses, langjähriges Engagement. Wie sein Herz schlägt auch meines für das Limmattal, für unsere Region. Ich freue mich, seine Arbeit fortführen zu dürfen.

 

Geschäftsbericht

Der Geschäftsbericht erscheint zum zweiten Mal digital, sowohl aus ökologischen als auch ökonomischen Gründen. Sie wollen einzelne oder mehrere Berichte speichern oder drucken? Das geht ganz einfach: Berichte anklicken, PDF generieren, speichern – fertig! 

Stefano Kunz
Präsident des Verwaltungsrats