Thomas Di Lorenzo über ein Jahr mit wenig Regen, viel Rechengut und einem bewilligten Leuchtturmprojekt.
Thomas Di Lorenzo ist Leiter Abwasserwirtschaft von Limeco

Reinigungsleistung

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Grenzwert Einheit 2016 2017 2018
Chemischer Sauerstoffbedarf (CSB) 85 % 95,1 95,0 95,8
Gesamte ungelöste Stoffe (GUS) - % 98,9 99,0 99,0
Gesamtphosphor (Ptot) 80 % 90,0 91,0 90,7
Ammoniumstickstoff (NH4-N) 90 % 99,1 98,8 99,4

Das Bevölkerungswachstum im Einzugsgebiet hält an: 604 Einwohner mehr im Berichtsjahr. Weil es so wenig regnete, sank die Menge des zu reinigenden Mischwassers von 80'885 Einwohnern auf 11,68 Millionen Kubikmeter. Pro Tag entspricht dies einer Menge von 31'993 Kubikmetern. Dank der 2017 optimierten Infrastruktur blieb die Reinigungsleistung stabil, obwohl die Schmutzkonzentrationen generell anstiegen.

In der ersten Reinigungsstufe fischt der Rechen grobes Material aus dem Abwasser. Immer mehr findet sich im Rechengut Abfall, der nicht die Toilette heruntergespült werden sollte: Speisereste, Holz, Textilien, Strümpfe, Plastik, Wegwerfwindeln, Wattestäbchen, Kondome, Tampons, Binden und vieles mehr belasten die Kanäle und Pumpen. Verstopfungen und Ablagerungen sind die Folge.

Steigende Gasproduktion und sinkender Stromverbrauch

Die Gasproduktion stieg an, obwohl dem Abwasser weniger Schlamm entzogen wurde. Heute verwerten wir das Klärgas in den Blockheizkraftwerken noch zu Strom. Künftig wird es mit der Power-to-Gas-Anlage fast vollständig in Biomethan, also erneuerbares Gas umgewandelt und ins Erdgasnetz eingespeist.

Der Stromverbrauch der Abwasserreinigungsanlage (ARA) sank im Berichtsjahr. Hier griffen einerseits die Massnahmen zur Senkung des Energiebedarfs, anderseits fiel aufgrund der Trockenheit weniger Mischwasser an, weshalb die Pumpen weniger leisten mussten.

Für unsere Trägergemeinden betreiben wir zehn Pumpwerke und achtzehn Regenbecken. Diese werden – wie auch die knapp zehn Kilometer langen Hauptsammelkanäle – jährlich gereinigt und gewartet. Im Regenbecken Kindhausen erneuerten wir 2018 die Elektroinstallationen und installierten eine neue Abflussdrossel.

Power-to-Gas

Limeco wird in Zukunft das Klärgas aus der ARA aufbereiten und ins Erdgasnetz einspeisen. Initiiert durch Swisspower, wird mit acht kooperierenden Stadtwerken die erste industrielle Power-to-Gas-Anlage gebaut. Mit hochwertigem Strom aus der KVA produziert sie Wasserstoff und wandelt das im Klärgas enthaltene Kohlendioxid in erneuerbares Methangas um. Dieses ergänzt das im Klärgas bereits enthaltene Methangas. Ins Gasnetz eingespeist, ersetzt es fossiles Erdgas. So wird aus Abfall und Abwasser ein vielseitiger, erneuerbarer Energieträger, der zur Verfügung steht, wann und wo er gebraucht wird. Einmal in Betrieb, kann die Anlage rund 4'000 Tonnen CO2 pro Jahr substituieren.

Im Berichtsjahr standen die Detailplanungen für das Leuchtturmprojekt Power-to-Gas im Vordergrund und wir erhielten von der Stadt Dietikon die Baubewilligung.

Entwässerung Fahrweid

Weil mitunter die Abwasserkanäle aus den 1960er-Jahren zu klein dimensioniert sind, kommt es bei starkem Regen regelmässig zu einem Rückstau in der Kanalisation. Im Berichtsjahr schlossen wir die Detailplanung für die Sanierungsmassnahmen ab, die künftige Rückstaus verhindern sollen. Die entsprechenden Baubewilligungen wurden erteilt.