Die guten ins Töpfchen

Wie wir Lebensmitteln ein längeres Leben schenken können.

Mehr Leben für Lebensmittel

Jedes Jahr werden in der Schweiz 2 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen. Angebissene Sandwiches, einwandfreie Früchte, abgelaufene Milchprodukte und ganze Mittagessen landen im Hauskehricht. Die Dietikerin Sabina Guggenbühl will wie viele andere Limmattalerinnen und Limmattaler aktiv etwas gegen Food Waste unternehmen. Sie hat deshalb ihr Einkaufsverhalten unter die Lupe genommen. Seither kauft sie öfter kleinere Mengen und dafür frischer ein. Dies immer strikt nach Einkaufszettel. Ausserdem zaubert sie öfter aus Essensresten leckere Gerichte.

Wenn Sabina es nicht vermeiden kann, Lebensmittel wegzuwerfen, sammelt Dietikon in der Bioabfall-Tour neben dem pflanzlichen Gartenabfall auch ihre organischen Küchenabfall- und Speisereste. Im Vergärwerk wird der Bioabfall zu Kompost und Biogas. Das Biogas heizt Tausende von Wohnungen – komplett CO2-neutral.

Übrigens: Bioabfall kostet nichts extra. Sammlung und Verwertung sind mit den normalen Abfallgebühren gedeckt. Die Sammeltage in Ihrer Wohngemeinde und alle Infos rund um Bioabfall finden Sie auf www.bioabfall-limmattal.ch.

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«Ich kaufe bewusst kleinere Mengen, dafür frischer ein.»

Sabina Guggenbühl, Dietikon

Das «Ablaufdatum»: Wie lange kann ich das essen?

Ein Anhaltspunkt ist das Mindesthaltbarkeitsdatum («mindestens haltbar bis»). Wichtig: Dieses Datum beschreibt nicht den Tag, an dem das Lebensmittel verdirbt! Viele Lebensmittel sind auch nach Ablauf dieses Datums noch einwandfrei. Wir sollten sie mit unseren Sinnen und gesundem Menschenverstand prüfen: Sieht das Produkt einwandfrei aus? Riecht es noch gut? Schmeckt es?

  • Teigwaren, Reis, Gries, Mehl, Kaffee, Gewürze, Pflanzenöl, Zucker, Getränke in Pulverform, Getränke in Flaschen: mehrere Jahre über das Datum hinaus haltbar
  • Konserven, Gläser und Produkte im Tetrapak: bei unbeschädigter Verpackung mehrere Jahre über das Datum hinaus
  • Biskuits und Schokolade: mehrere Monate über das Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus
  • UHT-Milch: bis zu 10 Tagen übers Datum hinaus
  • Tiefkühlprodukte: mehrere Monate über das Datum hinaus

Das Verbrauchsdatum («zu verbrauchen bis») gibt bei leicht verderblichen, gekühlt aufbewahrten Produkten an, bis wann sie konsumiert werden sollten.

  • Fleisch, Fertigprodukte: bis 24 Stunden nach Ablauf des Datums
  • Hackfleisch, Fisch, Meeresfrüchte: Verbrauchsdatum genau einhalten
  • Gekochter Schinken, Terrine, Patés: Datum beachten; nach Öffnen der Verpackung innerhalb von zwei Tagen konsumieren
  • Wurstwaren und Hartkäse: bis zwei Wochen nach Verbrauchsdatum
  • Frischkäse, pasteurisierte Milch, Joghurt: zwei Tage bis eine Woche nach Verbrauchsdatum
  • Eier: gut gekocht (z.B. in Gebäck) bis zwei Wochen nach Verbrauchsdatum
  • Hausgemachte Gerichte und gekochtes Fleisch: zwei bis drei Tage

Ältere Personen, Schwangere und kleine Kinder sollten solche Produkte nicht mehr essen und vor allem das Verbrauchsdatum von Frischprodukten strikt beachten. Und wenn die Verpackung aufgebläht oder beschädigt ist, gilt generell: weg damit.

Kreative Sommer-Resteküche

Ob altes Brot oder überreifes Obst, aus fast allem lässt sich etwas Feines zubereiten. Hier zwei einfache, schnelle Reste-Rezepte:

Crumble
Bildnachweis: Dilyara-Garifullina auf unsplash.com

Beeren-Crumble

600 g überreife Beeren
40 g flüssige Butter, kalt
4 EL Zucker
4 EL gemahlene Mandeln
4 EL Mehl

Die Beeren in eine grosse Gratinform oder in die kleinen Förmchen des Muffin-Blechs geben. Die flüssige Butter mit dem Zucker, gemahlenen Mandeln und Mehl mit den Fingern zu Streuseln reiben, diese über die Beeren verteilen.

Den Crumble im vorgeheizten Ofen 20 bis 25 Minuten bei 200 Grad in der oberen Hälfte des Ofens backen, bis er an der Oberfläche schön hellbraun ist.

Vogelheu
Bildnachweis: swissmilk.ch

Vogelheu

250 g altbackenes Ruch- oder Halbweissbrot, in kleine Stücke gezupft
25 g Butter
2 Äpfel, gerüstet, in feine Schnitze geschnitten
1 EL Zucker
6 Eier
2 dl Milch
1–2 EL Zucker
Zimtzucker zum Bestreuen

Brot in der Butter in der Bratpfanne hellbraun rösten. Äpfel dazugeben, mitrösten. Zucker daruntermischen. Eier, Milch und Zucker verrühren, zum Brot giessen. Hitze reduzieren und unter Rühren stocken lassen. Auf Tellern anrichten und mit Zimtzucker bestreuen.

Pikante Variante: Äpfel und Zucker weglassen, Ei-Milch-Masse z.B. mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss pikant würzen.