Abwassertipps für ein schöneres Limmattal

Wasser ist kostbar. Wir alle nutzen es zum Duschen, Waschen oder Kochen und trinken es aus dem Hahn. Fest-, Schad- und Spurenstoffe im Abwasser belasten jedoch die Kanalisation, die Abwasserreinigungsanlage, kurz ARA, und letztlich die Gewässer. Gemeinsam schaffen wir es, das Wasser so wenig wie möglich zu belasten. Hier entdecken Sie wertvolle Tipps.

Abwassertipp #1

Aufs Klo gehört nur Ihr Po

Die Toilette ist eine tolle Erfindung: grosses oder kleines Geschäft machen, Toilettenpapier hinterher und erledigt. Aber mal ehrlich, was haben Sie schon klammheimlich runtergespült? Ein Kondom, Tabletten, Essensreste, Kleintierstreu? Spültaste gedrückt und weg – sieht ja niemand. Aus den Augen ist jedoch nicht aus der Welt. Abfall im Abwasser ist ein grosses Problem für die Kanalisation und für Abwasserreinigungsanlagen: In der ARA von Limeco bleibt so einiges im Rechen hängen – über fünf Tonnen festes Material, Woche für Woche. In die Toilette gehören deshalb nur WC-Papier und Ausscheidungen. Sie sind übrigens das Lieblingsgericht der reinigenden Mikroorganismen in unserer ARA.

Auf Klo gehört nur Ihr Po: Binden, Wattebäusche usw. kommen in den Abfall. (Disclaimer: Bild mit KI generiert)

Ins WC gehören nur Toilettenpapier und Ausscheidungen, alles andere gehört in den Abfalleimer. Disclaimer: Bild mit KI generiert

Nein. Sie saugen sich mit Wasser voll, quellen auf und verstopfen Leitungen und Pumpen. All diese Produkte gehören in den Abfalleimer, idealerweise in einen kleinen Behälter neben der Toilette. Auch Zahnseide, Wattepads und Kontaktlinsen haben im Abwasser nichts verloren. Letztere bestehen aus Kunststoff und tragen zur Mikroplastikbelastung bei.

Abwassertipp #2

Eliminieren Sie die Pumpenkiller

Feucht-, Intim- und Reinigungstücher sind beliebt. Da sie im Abwasser nur langsam oder gar nicht zerfallen, können sie sich verwickeln und Leitungen, Kanäle und Pumpen verstopfen. Machen Sie den Test: Zwei Gefässe mit Wasser füllen, in eines ein trockenes, ins andere ein feuchtes Toilettenpapier legen und eine halbe Stunde warten … vom trockenen Toilettenpapier existieren nur noch Fetzen, das Feuchttuch ist noch intakt – übrigens auch das aus pflanzenbasierten Fasern.

Denn die als «herunterspülbar» oder «zersetzt sich im Wasser» gekennzeichneten Feuchttücher wurden unter Laborbedingungen getestet. In der Realität sind sie ein Problem: Rund vier Stunden braucht so ein Tuch von Ihrer Toilette bis zur ARA von Limeco. Bevor es sich aufgelöst hat, verwickelt es sich mit anderen Tüchern zu einem Knäuel, der die Pumpen verstopft oder gar blockiert. Also Feuchttücher in den Abfalleimer und nicht ins WC.

Auch Haare von Mensch und Tier sorgen für erhebliche Probleme. In den Rohren verheddern sie sich mit Seife und Fett zu dichten Knäueln, setzen sich im Siphon fest oder wandern weiter in die Kanalisation. Dort verstopfen sie Leitungen und blockieren Pumpen in der Kanalisation und in der ARA.

So oder so, tragen Sie dazu bei, dass die Kanalisationsprofis nicht täglich ausrücken müssen, um Abwasserkanäle und -pumpen von Verstopfungen zu befreien.

Normales WC-Papier löst sich nach zwei, drei Stunden im Wasser auf (links), aber Feuchttücher bleiben intakt. Disclaimer: Bild mit KI generiert.

Toilettenpapier besteht aus kurzen Zellulosefasern, die sich im Wasser meist innert kurzer Zeit auflösen. Feuchttücher hingegen enthalten oft synthetische Fasern oder sind mit reissfesten Materialien verwoben. Sie bleiben im Wasser sehr lange intakt. Und zwar auch die herunterspülbaren aus pflanzenbasierten Fasern. Rund vier Stunden braucht so ein Tuch vom Runterspülen im WC bis zur ARA von Limeco. In dieser Zeitspanne löst sich keines der Tücher auf.

Am einfachsten mit einem Abflusssieb: In Dusche, Badewanne und Lavabo aufgelegt, fängt es Haare zuverlässig auf. Nach dem Duschen, Baden oder Waschen lassen sich so die Haare im Abfalleimer entsorgen.

Abwassertipp #3

Spülen Sie keine Essensreste den Abfluss runter

Wer kennt es nicht: Essensreste im Teller oder Abflusssieb, überschüssiges Fett in der Pfanne, ein Rest Salatsauce oder Fonduekäse im Caquelon – das will man so schnell wie möglich wegspülen. Doch die Rechnung geht nicht auf: Fett, Mehl und Kaffeesatz verkleben, verkrusten, setzen sich in den Abwasserleitungen ab und beginnen irgendwann zu müffeln. Nahrungsreste in der Kanalisation sind zudem ein Festschmaus für Ratten. Darum: Essensreste gehören in den Kehrichtsack. Bei Öl- und Fettresten gilt: weder in den Abfluss noch in die Geschirrspülmaschine. Kleinere Mengen mit Haushaltspapier ausreiben und in den Kehricht. Grössere Mengen am besten in einem Glasbehälter sammeln. Zum Entsorgen stehen an den Recyclingstellen Ihrer Gemeinde Altölcontainer oder das Sonderabfallmobil zur Verfügung.

Essensreste gehören in den Bioabfall oder den Kehrichtsack: im Abfluss runterspülen ist keine gute Idee. Disclaimer: Bild mit KI generiert.

Speiseöl oder Bratfett ist beim Abgiessen zwar heiss und flüssig, in der Leitung kühlt es jedoch ab, wird zäh und haftet an den Leitungs- und Rohrwänden. Dort verbindet es sich mit anderen Resten, bis irgendwann gar nichts mehr durchgeht. Das kann unerwartet grosse Folgen haben: In London blockierte einmal ein 100 Tonnen schwerer Fettberg die Kanalisation!

Ratten leben und vermehren sich in Kanalisationssystemen und können über defekte Leitungen oder offene Schächte in Gebäude eindringen. Nahrungsreste in der Kanalisation sind für sie ein gedeckter Tisch und steigern die Population. Wer Essensreste konsequent im Kehrichtsack entsorgt statt im Abfluss, entzieht den Tieren eine wichtige Nahrungsgrundlage und schützt so das eigene Zuhause und das der Nachbarschaft.

Abwassertipp #4

Halten Sie Ihren Abfluss sauber

Wenn im Lavabo, in der Toilette oder der Badewanne ein leichter Rückstau entsteht, sollte man der Sache auf den Grund gehen. Aber wie? Einfache Tipps bei einem verstopften Abfluss:

  • Reinigungsspiralen oder -strips nutzen. Das geht auch mit einem Drahtbügel: auseinanderbiegen, am Ende eine Schlaufe formen und mit Stoff umwickeln.
  • Hausmittel wie Cola, Kochsalz, Backpulver mit Essig oder Zitronensäure sind ebenfalls einen Versuch wert und oft wirksam gegen unangenehme Gerüche. Nicht zu empfehlen sind hingegen chemische Keulen wie Flüssigreiniger oder Reinigungsgranulat – Wirkung minimal, Umweltschaden maximal.
  • Den Siphon abmontieren. Zuvor einen Eimer darunter stellen und Gummihandschuhe anziehen, eventuell eine Wäscheklammer auf die Nase.
  • Eine professionelle Rohrreinigung machen lassen. Für Mietende lohnt es sich zu klären, wer die Kosten trägt.

Chemische Rohrreiniger enthalten aggressive Substanzen wie Natronlauge oder Schwefelsäure. Ihre Wirkung gegen Verstopfungen ist oft gering. Dafür belasten sie die Kanalisation, die Kläranlage und letztendlich auch die Gewässer erheblich.

Eine monatliche Vorsorge reicht in der Regel aus: Giessen Sie einen Liter kochendes Wasser mit etwas Seife in den Abfluss. Das löst Fett- und Seifenablagerungen, bevor sie sich verhärten. Wer regelmässig vorbeugt, spart sich teure Rohrreinigungen und verhindert unangenehme Gerüche.

Das hängt von der Ursache ab. Verstopfungen durch normalen Gebrauch – etwa Kalkablagerungen oder Alter der Leitungen – sind Sache der Vermieterin oder des Vermieters. Haben Sie die Verstopfung selbst verursacht, müssen Sie die Kosten tragen. Im Zweifelsfall lohnt sich ein klärendes Gespräch mit der Verwaltung, bevor Sie eine Fachfirma beauftragen.

Abwassertipp #5

Nutzen Sie Wasser mit Weitsicht

Schätzen Sie mal, wie viel Abwasser Sie im Schnitt pro Tag verursachen? Eine ganze Badewanne voll, das sind rund 140 Liter. Hochgerechnet braucht’s dafür jede Menge Energie, gerade auch für warmes Wasser. Je bewusster Sie also mit Wasser umgehen, desto weniger Energie verbrauchen Sie.

Spätestens vier Stunden, nachdem Sie zu Hause geduscht, abgewaschen oder die Toilettenspülung betätigt haben, erreicht das Abwasser die ARA in Dietikon. Limeco und EKZ entziehen dem Abwasser sogar noch Energie: Weil es auch im Winter über acht Grad warm ist, leiten wir einen Teil davon zu Wärmepumpen der EKZ welche damit den Dietiker Stadtteil Limmatfeld heizt.

Gemeinsam mit EKZ wird in Dietikon dem Abwasser Wärme entzogen um damit den Stadtteil Limmatfeld zu heizen.

Eine herkömmliche Duschbrause verbraucht zwischen 10 und 13 Liter Wasser pro Minute. Bei einer Acht-Minuten-Dusche fliessen also bis zu 100 Liter in den Abfluss. Mit einem Sparduschkopf reduzieren Sie den Verbrauch auf 6 bis 8 Liter pro Minute – bei gleichem Komfort. Das spart bei einer täglichen Dusche über 15’000 Liter Wasser pro Jahr und entsprechend viel Energie fürs Aufheizen.

Selbst im Winter ist Abwasser über acht Grad warm und steckt voller nutzbarer Energie. Limeco leitet einen Teil davon zu Wärmepumpen der EKZ, die damit den Dietiker Stadtteil Limmatfeld heizen. Was aus Ihrer Dusche fliesst, wärmt also anderswo Wohnungen. Abwasser ist damit auch eine echte Ressource fürs Limmattal.

Abwassertipp #6

Entlarven Sie unsichtbare Verschmutzer

Die ARA in Dietikon wurde dereinst konzipiert, um organische Stoffe abzubauen, die beim Zersetzen von Fäkalien und Urin entstehen. Neu hinzugekommen sind Mikroplastik und Spurenstoffe aus Waschmitteln, Medikamenten, Chemikalien und Pestiziden. Auch hormonaktive Stoffe in unserem Urin beeinträchtigen unsere Gewässer bereits in geringen Konzentrationen.

Als am drittstärksten beanspruchte Anlage im Kanton Zürich reinigt die ARA von Limeco das Abwasser von über 85’000 Menschen. Bis ums Jahr 2035 muss sie Mikroverunreinigungen aus dem Abwasser filtern können. Möglich ist das mit Ozonung oder dem Pulveraktivkohle-Verfahren. Die Ozonung kommt für Limeco nicht infrage, da im Einzugsgebiet Industrien liegen, die Bromid einleiten. In Reaktion mit Ozon würde krebserregendes Bromat entstehen. Zudem ist das Verfahren sehr energieintensiv. Deshalb favorisiert Limeco die Reinigungsstufe mit Pulveraktivkohle. Sie ist robust, leicht zu handhaben und technisch wie wirtschaftlich realisierbar.

Doch das reicht nicht. Der Appell geht an uns alle, sorgsam mit solchen problematischen Stoffen umzugehen, damit sie nicht in Gewässer gelangen. Darum: Kaufen Sie nach Möglichkeit pestizidfrei produzierte Lebensmittel, gärtnern Sie pestizidfrei, entsorgen Sie Medikamente weder in der Toilette noch im Kehricht und verwenden Sie abbaubare Reinigungsmittel und Kosmetikprodukte.

Wie Sie Mikroplastik in Kosmetik- und Reinigungsmitteln aufspüren können? Tipps im Magazinbeitrag.

Achten Sie schon beim Kauf darauf: Enthält Ihr Kosmetikprodukt Mikroplastik? Disclaimer: Bild mit KI generiert.

Der Hauptweg führt über unseren Körper: Er scheidet einen Teil der eingenommenen Wirkstoffe über den Urin wieder aus. Abgelaufene oder nicht mehr benötigte Medikamente landen manchmal in der Toilette. In der ARA werden diese Spurenstoffe jedoch nur teilweise abgebaut. Sie gehören auch nicht in den Kehrichtsack, denn selbst bei der thermischen Verwertung werden die enthaltenen Spurenstoffe nicht vollständig zerstört und können über die Deponierung der Schlacke ins Grundwasser gelangen. Geben Sie Medikamente deshalb immer in einer Apotheke ab, wo sie fachgerecht entsorgt werden.

Mikroplastik sind winzige Kunststoffteilchen zwischen 0,0001 und 5 Millimetern. Sie stammen aus Kosmetikprodukten, synthetischen Textilien oder Reifenabrieb. Zu den Mikroverunreinigungen – auch Spurenstoffe genannt – zählen chemische Substanzen wie Medikamentenrückstände, Hormone oder Pestizide, die bereits in geringen Konzentrationen Wasserlebewesen schädigen. Beide Arten von Verunreinigung erfordern zusätzliche Reinigungsverfahren.

Einfach geht’s mit Apps wie «CodeCheck» oder «Beat the Microbead»: Sie scannen den Barcode und erkennen sofort, ob Mikroplastik enthalten ist. Mehr Tipps finden Sie im Magazinbeitrag.

Abwassertipp #7

Gemeinsam gegen die Muschelinvasion

Sie hat einen lustigen Namen, ist aber alles andere als lustig: Die Quaggamuschel verbreitet sich in der Schweiz rasant, bedroht heimische Arten und Ökosysteme und verursacht Schäden in Millionenhöhe, unter anderem an Infrastrukturen von Wasserversorgungen.

Mit der Strömung sowie als blinder Passagier wird die Muschel von Gewässer zu Gewässer getragen, entweder als Larve im Ballast-, Bilgen- oder Motorenkühlwasser von Schiffen und Booten oder ausgewachsen an deren Rumpf. Das Fiese: Hat sich die Muschel einmal in einem See ausgebreitet, ist sie kaum mehr loszuwerden.

Darum ist gemeinsames Handeln nötig: kontrollieren, reinigen, trocknen! Was elementar ist für Boote, die von einem zum anderen Gewässer transportiert werden, gilt auch für Wassersportgeräte wie Paddleboards, Schlauchboote, Kajaks und Tauchausrüstungen. Reinigen Sie unbedingt Ihr Material nach der Nutzung mit heissem Wasser oder einem biologisch abbaubaren Reinigungsmittel, zum Beispiel von der SUP Clinic.

Die Quaggamuschel vermehrt sich rasant. Sie filtert grosse Mengen Plankton aus dem Wasser und entzieht damit einheimischen Arten die Nahrungsgrundlage. Zudem verursacht sie verheerende Schäden an Infrastrukturen von Wasserversorgungen. Hat sie sich einmal in einem See etabliert, ist sie kaum mehr loszuwerden. In der Schweiz sind bereits Bodensee, Genfersee, Neuenburgersee, Bielersee, Zürichsee, Zugersee und Vierwaldstättersee betroffen.

Die Quaggamuschel setzt sich an und in Wasserinfrastrukturen fest. Disclaimer: Bild mit KI generiert.

Die Larven sind mikroskopisch klein und mit blossem Auge nicht sichtbar. Ausgewachsene Muscheln sind zwei bis vier Zentimeter gross und haben eine dreieckige Schale mit verschiedenfarbigen konzentrischen Ringen. Im Gegensatz zur Zebramuschel mit ihrem gezackten Muster lässt sich die Quaggamuschel nicht senkrecht aufstellen. Ein weiteres Merkmal ist die Schliesslinie der beiden Schalenhälften: Die der Quaggamuschel ist leicht geschwungen, die der Zebramuschel gerade.

Abwassertipp #8

Schütten Sie nichts gedankenlos weg

Wussten Sie, dass Schmutzwasser, das Sie in den Ablaufschacht schütten, oder die in den Schacht geschnippte Zigarette in den nächsten Bach oder in die Limmat gelangen können? Etwa jeder dritte Ablaufschacht führt direkt in ein Gewässer. Ein Zigarettenstummel kann bis zu 1000 Liter Wasser verschmutzen. Fischsterben oder eine Trinkwasserverschmutzung können die fatalen Folgen sein.

Viele öffentliche Schächte sind darum mit einer Rondelle gekennzeichnet: «Kein Schmutzwasser ins Gewässer». Sie wurde vom Verband Schweizer Abwasser- und Gewässerschutzfachleute (VSA) entwickelt. Mit dieser Plakette lassen sich auch private Abläufe kennzeichnen. Sie erinnern uns daran, unsere Gewässer zu schützen und kein verunreinigtes Wasser einzuleiten oder versickern zu lassen.

Darum: Entsorgen Sie fachgerecht. Das gilt fürs Schmutzwasser nach der Auto- oder Veloreinigung oder nach Malerarbeiten, fürs Wischwasser, aber auch für Pflanzenschutzmittel und den Inhalt mobiler Toiletten, den Kaugummi oder eben den Zigarettenstummel. Worauf Sie absolut verzichten sollten, sind Unkrautvernichter auf Kieswegen oder Steinplatten. Sie gelangen schnurstracks ins Grundwasser oder über die Kanalisation in Gewässer.

Zigarettenstummel vor einem Wasserschacht

Jeder 3. Ablaufschacht führt in ein Gewässer: Ein Zigarettenstummel kann bis zu 1000 Liter Wasser verschmutzen.

Grundsätzlich nein, zumindest nicht mit Reinigungsmitteln, denn die gelangen über den Ablaufschacht oft direkt in ein Gewässer. Das gilt auch für biologisch abbaubare Reinigungsmittel. Nutzen Sie deshalb offizielle Waschplätze oder Autowaschanlagen – dort wird das Waschwasser aufgefangen und gereinigt, bevor es in die Kanalisation fliesst. Zur Erinnerung: Das Schweizer Gewässerschutzgesetz verbietet es, verunreinigendes Wasser in Gewässer einzuleiten oder versickern zu lassen.

Achtlos weggeworfene Zigaretten gelangen oft direkt und ungefiltert in den nächsten Bach oder die Limmat. Ein einziger Zigarettenfilter kann bis zu 1000 Liter Wasser verschmutzen. Er besteht aus Celluloseacetat, einem Kunststoff, der langsam in Mikroplastik zerfällt. Zudem enthält er Nikotin und Schwermetalle wie Blei und Cadmium. Diese Giftstoffe lösen sich im Wasser und schädigen Fische, Insekten und andere Wasserlebewesen. Darum an alle Raucherinnen und Raucher: Ausgedrückte Zigaretten im Abfalleimer oder im mitgebrachten Taschenaschenbecher entsorgen.

Abwassertipp #9

Sparen Sie smart

Die Schweiz ist bekannt als Wasserschloss Europas. Aber auch unsere bedeutenden Wasserressourcen werden knapper. Es lohnt sich, sparsam damit umzugehen. Denn das Wasser aus der Leitung wird für uns gereinigt, transportiert und je nachdem auch noch erwärmt. Wer es sinnvoll nutzt, spart also Ressourcen und damit Geld. Die gute Nachricht: Seit den 90er Jahren ist unser Wasserverbrauch deutlich gesunken, von rund 500 Litern pro Person und Tag auf unter 300 Liter. Dabei umfasst dieser Wert nicht nur den direkten Verbrauch im Haushalt. Während der persönliche Wasserverbrauch zu Hause bei etwa 140 Litern liegt, werden in den rund 300 Litern auch Anteile ausserhalb der eigenen vier Wände berücksichtigt. Dazu gehört Wasser, das über das öffentliche Leitungsnetz genutzt wird, zum Beispiel am Arbeitsplatz, in Restaurants oder in Kleingewerbebetrieben wie Bäckereien, Coiffeursalons oder Reinigungen.

Smart Wasser sparen: Waschmaschine gut füllen, Sparprogramm ohne Vorwaschen wählen, Weichspüler weglassen. Disclaimer: Bild mit KI generiert.

Ein Grund für den Rückgang sind unter anderem effizientere, ökologischere Haushaltsgeräte und Industrieprozesse. Interessant: Die Toilettenspülung verbraucht mit über 40 Litern pro Person und Tag immer noch am meisten Wasser im Haushalt. Mit Ihrem Verhalten können Sie jede Menge sparen – hier ein paar einfache Wasserspartipps:

  • Ab und zu genussvoll ein Vollbad nehmen, ansonsten duschen, das verbraucht einen Bruchteil einer gefüllten Badewanne.
  • Heisses Wasser sparsam nutzen. Der Energieaufwand ist 150 Mal grösser als für kaltes Wasser. Apropos: Kalt duschen belebt den Kreislauf und wärmt den Körper.
  • Beim Zähneputzen oder Rasieren: Wasser nicht laufen lassen.
  • Wassersparende Aufsätze an Hahn und Duschkopf montieren.
  • WC-Spülung mit Spülstopp nutzen. Falls nicht eingebaut, Spültaste nur kurz drücken.
  • Abwasch- und Waschmaschinen mit der höchsten Effizienzklasse kaufen.
  • Waschmaschine gut füllen, Sparprogramm ohne Vorwaschen wählen. Sparsam umgehen mit Waschmitteln und Weichspüler weglassen.
  • Tee-, Kaffeetasse und Wasserglas mehrmals am Tag nutzen. Geschirr im gut gefüllten Geschirrspüler abwaschen.

Den grössten Hebel haben Sie im Badezimmer, dort fliesst über die Hälfte des Haushaltswassers. Drei Massnahmen bringen am meisten: Erstens ein Sparduschkopf (kostet wenig und spart bis zu 50 Prozent Wasser). Zweitens auf der Toilette die Spülstopp-Taste konsequent nutzen. Drittens die Waschmaschine immer voll beladen und im Sparprogramm laufen lassen. In der Küche schlägt der Geschirrspüler die Handwäsche deutlich: Er braucht nur rund 10 Liter, von Hand sind es schnell mal 40 Liter.

Ja, Regenwasser eignet sich hervorragend zum Giessen. Es ist kalkarm, kostenlos und entlastet die Trinkwasserversorgung. Eine Regentonne am Fallrohr genügt für den Hausgarten. Wer mehr sammeln möchte, kann eine Zisterne einbauen lassen. Wichtig: Regenwasser ist kein Trinkwasser.

Abwassertipp #10

Tragen Sie Sorge zum Wasser

Dass sauberes Wasser tagtäglich aus dem Hahn fliesst, ist für uns alle selbstverständlich. Denken Sie doch mal darüber nach, was wäre, wenn sauberes Wasser knapp und damit teuer würde? Oder wenn wir nicht mehr in Flüssen oder Seen baden könnten? Damit uns und den nächsten Generationen diese Lebensqualität erhalten bleibt, ist Gewässerschutz in drei Grundsätzen im Gesetz verankert:

  • Sorgfaltspflicht: Wir alle sind zur Sorgfalt verpflichtet, um nachteilige Einwirkungen auf die Gewässer zu vermeiden.
  • Verbot: Wir dürfen Stoffe, die Wasser verunreinigen können, weder mittelbar oder unmittelbar in ein Gewässer einbringen oder versickern lassen. Wir dürfen solche Stoffe auch ausserhalb eines Gewässers weder ablagern noch ausbringen, sofern dadurch die konkrete Gefahr einer Verunreinigung des Wassers entsteht.
  • Verursacherprinzip: Wer eine Gewässerverschmutzung verursacht, trägt die Kosten für deren Beseitigung.

Darum: Tragen Sie Sorge zu einer unserer kostbarsten Ressourcen – für ein lebenswertes und lebendiges Limmattal.

Tragen Sie Sorge zu einer unserer kostbarsten Ressourcen: für ein lebenswertes und lebendiges Limmattal.

Wer das Gewässerschutzgesetz verletzt, muss mit Bussen und im schweren Fall mit einer Geldstrafe von bis zu 180 Tagessätzen rechnen. Im Kanton Zürich bewegen sich die Bussen je nach Schwere zwischen hundert und mehreren tausend Franken. Wer einen Umweltschaden verursacht, haftet zudem persönlich für die Beseitigungskosten. Das gilt auch für vermeintlich kleine Vergehen wie das Einleiten von Putzwasser in einen Strassenschacht.

Melden Sie Verschmutzungen – etwa auslaufendes Öl oder Chemikalien – sofort der Polizei (Telefon 117) oder der Feuerwehr (118). Auch Ihre Gemeinde ist Ansprechpartnerin für Umweltbelange. Je schneller eine Meldung erfolgt, desto effektiver lässt sich der Schaden begrenzen.