Kanalinnensanierung: für sauberes Trinkwasser und gesunde Gewässer

Unsichtbar und doch so wichtig: Unter dem Limmatweg leitet ein Kanal das Abwasser von Ober- und Unterengstringen, Schlieren, Urdorf und Dietikon zur Abwasserreinigungsanlage von Limeco. Von 2024 bis 2026 saniert Limeco diesen Lebensnerv der Region im Abschnitt Schönenwerd. Für die Lebensqualität im Limmattal. Für ein nächstes halbes Jahrhundert.

Damit wir in der Limmat baden und böötlen können

Wer kann sich das noch vorstellen: Vor 60 Jahren war das Baden in Gewässern bedenklich. Heute ist eine saubere Limmat eine Selbstverständlichkeit. Damit das so bleibt, koordiniert Limeco die Entwässerungsplanung der Gemeinden im Einzugsgebiet der Abwasserreinigungsanlage (ARA). Dazu gehört auch ein funktionsfähiges und gut gewartetes System zur Siedlungsentwässerung und Abwasserreinigung.

Die Niere des Limmattals

Die ARA in Dietikon reinigt unser Abwasser nach dem Vorbild der Natur: durch Abtrennen, Absetzen, biologisch mit Hilfe von Mikroorganismen und durch Filtern. Ihr Einzugsgebiet umfasst Städte und Gemeinden im Limmattal mit einer Fläche von rund 40 Quadratkilometern, einer Bevölkerungszahl von über 85’000 und einem wachsenden industriellen Ballungsraum.

Wie gelangt das Abwasser zur ARA?

Spätestens vier Stunden, nachdem Sie zu Hause geduscht oder die Toilettenspülung betätigt haben, erreicht das Abwasser die ARA von Limeco: zuerst durch Leitungen von privaten und gewerblichen Gebäuden, weiter durch die kommunalen Kanäle und schliesslich in einen der beiden Hauptsammelkanäle. Die gesamte Limmattaler Kanalisation hat eine Länge von 560 Kilometern, das entspricht etwa der Distanz von Dietikon nach Paris.

Warum wird der Kanal saniert?

Der Hauptsammelkanal 1 ist in die Jahre gekommen und wird in den nächsten zehn Jahren saniert. Die Sanierungsarbeiten tragen zur Werterhaltung der Kanalinfrastruktur bei. Damit schützen wir unsere Gewässer und bewahren das Grundwasser vor Verschmutzungen. Gestartet wird im Bereich des Gewässerschutzgebiets Schönenwerd. Der betroffene Kanalabschnitt hat eine Länge von 1,5 Kilometern. Er beginnt im Bereich Rietbach/Bernstrasse in Schlieren und folgt dann dem Uferweg flussabwärts.

Sanierungsetappen 2024 bis 2026

Etappe 1 – Allmend/Glanzenberg

Dauer: 11/2024 bis 01/2026

Während der Finalisierung der Etappe 1 kommt es von September 2025 bis Januar 2026 zu einer Teilsperrung des Limmatwegs im Bereich Glanzenberg. Fussgängerinnen, Fussgänger und Radfahrende werden auf einer kurzen Strecke gemäss Übersichtsplan umgeleitet.

Das Bild ist ein schwarz-weisser Lageplan mit farbigen Markierungen einer temporären Verkehrsführung entlang der Limmat. Oben verläuft die Limmat horizontal, darunter parallel dazu der Limmatweg und darunter die Zürcherstrasse sowie Bahngleise. Auf der Strecke zwischen zwei rot markierten Sperrpunkten ist der Limmatweg in Rot als „gesperrt“ eingezeichnet. Parallel dazu ist eine grüne Linie als „Umleitung“ verzeichnet, welche ab dem rechten Sperrpunkt über einen nördlich gelegenen Weg führt und am linken Sperrpunkt wieder auf den ursprünglichen Verlauf trifft. Zwischen den beiden Sperrpunkten ist zusätzlich eine gelbe Linie eingezeichnet, die entlang von Hauszeilen verläuft und als „Privatstrasse / Durchfahrverbot“ gekennzeichnet ist. Der Plan zeigt klar den gesperrten Abschnitt des Limmatwegs, die alternative Route für den Durchgang sowie den privat genutzten Bereich, der nicht befahren werden darf.

Etappe 2 – oberhalb Allmend

Dauer: 01/2026 bis 12/2026

Während der Etappe 2 wird der Limmatweg oberhalb der Allmend gesperrt. Die Umleitung erfolgt ab Höhe Wasserfahrverein Schlieren in östlicher Richtung, über die Brücke an der Überlandstrasse und entlang dem rechten Limmatufer flussabwärts.

Häufige Fragen

Der Hauptsammelkanal unter dem Limmatweg ist seit fast 60 Jahren in Betrieb. Damit er für ein weiteres halbes Jahrhundert funktionsfähig bleibt, wird er von innen saniert, und zwar in folgenden Schritten: Zuerst wird der Kanal gründlich gereinigt. Die geschädigten Betonschichten an Wänden und Decken werden mit Höchstdruck-Wasserstrahlen bis zu einem gewissen Grad abgetragen. Anschliessend werden die freiliegenden Oberflächen sorgfältig mit einem abwasserbeständigen Mörtel erneuert. Das schützt die im Beton eingebetteten Stahlstäbe oder -netze – die sogenannte Bewehrung. Im unteren Bereich des Kanals und entlang der Sohle, wo das Abwasser fliesst, werden die alten Steinzeugplatten durch neue ersetzt. Dazu muss der Kanal trockengelegt werden. Das Abwasser wird in dieser Zeit durch provisorische oberirdische Rohre umgeleitet.

Der Zugang zur Allmend und zur Anlegestelle für Limmatböötler ist jederzeit gewährleistet.

Die Arbeiten finden hauptsächlich unterirdisch statt, jedoch sind auch an der Oberfläche Baumaschinen im Einsatz.

Das Abwasser wird mit Pumpen durch provisorische Rohre geführt, entweder auf dem Limmatweg oder darüber.

Der Limmatweg wird bereits heute intensiv von Fussgängern, Velofahrerinnen und Velofahrern, Böötlern und Unterhaltsfahrzeugen genutzt. Da der Limmatweg auf dem jeweiligen Sanierungsabschnitt gesperrt ist, verkehren dort nur Baumaschinen. Während der Dauer der Sanierung begleiten Fachpersonen für Naturschutz das Projekt.

Mit der Sanierung schützen wir die Gewässer im Limmattal und bewahren das Grundwasser vor Verunreinigungen. Der Hauptsammelkanal bleibt funktionsfähig und seine Lebensdauer verlängert sich um weitere 50 Jahre.

Die Liegenschaften bleiben uneingeschränkt zugänglich.

Sie möchten Kontakt mit uns aufnehmen oder eine Rückmeldung geben? Bitte verwenden Sie unser Kontaktformular.

«Die Sanierung ist mehr als Bauarbeit; es ist ein Bekenntnis zu sauberem Trinkwasser und gesunden Gewässern. »

Ingenieur Abwasserwirtschaft

Valentin Bürgi