Thomas Di Lorenzo über Optimierungen und die Leistungssteigerung der Abwasserreinigungsanlage.
Thomas Di Lorenzo ist Leiter Abwasserwirtschaft von Limeco

Reinigungsleistung

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Grenzwert Einheit 2017 2018 2019
Chemischer Sauerstoffbedarf (CSB) 85 % 95,0 95,8 95,2
Gesamte ungelöste Stoffe (GUS) - % 99,0 99,0 99,0
Gesamtphosphor (Ptot) 80 % 91,0 90,7 93,2
Ammoniumstickstoff (NH4-N) 90 % 98,8 99,4 99,5

12,9 Millionen Kubikmeter Mischwasser reinigte die Abwasserreinigungsanlage (ARA) im Berichtsjahr. Die Mischwassermenge ist abhängig von der Niederschlagsmenge und entspricht dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre. Die Einwohnerzahl stieg 2019 um 771 auf 81'656 erneut an. Die ARA reinigte mit einer stabilen Reinigungsleistung im Schnitt täglich über 35'000 Kubikmeter Mischwasser. Die gesetzlich geforderten Grenzwerte wurden gut eingehalten. Gegenüber dem Vorjahr stieg der Stromverbrauch der ARA um 3,5% an, was der höheren Menge an zu reinigendem Mischwasser geschuldet ist.

Ersatz veralteter Gassysteme und Sanierung der Blockheizkraftwerke.

Im Zuge von umfassenden Neuverrohrungen unterdimensionierter Gasleitungen und vom Ersatz veralteter Gassysteme konnte das Klärgas nicht in Strom umgewandelt, sondern musste über die Fackel verbrannt werden. Um die Ausfallzeiten der Anlage und somit die Fackeldauer zu minimieren, bauten wir vor der Ausserbetriebnahme einen neuen Faulgaskompressorraum. Auch wurden die beiden Blockheizkraftwerke (BHKW) saniert.

Gas geben mit zwei Projekten.

Power-to-Gas

Anstatt wie heute das Klärgas zu Strom zu verwerten, wird dieses voraussichtlich ab 2021 mit der Power-to-Gas-Anlage praktisch vollständig in Biomethan, also erneuerbares Gas umgewandelt und ins Erdgasnetz eingespeist. Dazu bauten wir im Berichtsjahr eine 5-bar-Gasleitung unter der Limmat hindurch nach Geroldswil und schlossen sie dort an die Erdgas-Transportleitung an. Die Evaluationen von neuen Partnern führte dazu, dass Planungsphasen wiederholt werden mussten. Für die Elektrolyse und die Gasreinigung sind nun standardisierte Systeme vorgesehen, die mehr Platz benötigen, was einen Standortwechsel der Anlage auf dem Limeco-Areal nötig machte. Ist die Verzögerung einerseits ärgerlich, führte sie andererseits dazu, dass das Projekt durch den Einsatz von erprobten Teilsystemen insgesamt einen höheren Reifegrad aufweist.

Entwässerung Fahrweid

Die aufgrund des Bevölkerungswachstums zu klein dimensionierten Abwasserkanäle aus den 1960er-Jahren führen bei starkem Regen zu regelmässigen Rückstaus in den Kanalisationen. Im Berichtsjahr startete die Realisationsphase im Projekt Entwässerung Fahrweid. Für die Erstellung des neuen Hauptsammelkanals bohrte sich im Microtunneling-Verfahren ein Bohrkopf mit 1,4 Metern Durchmesser im Grundwasser durch knapp 200 Meter Geröll und Gestein. Ebenfalls wurde der Rohbau des Erweiterungsbaus des Pumpwerks Länggenbach erstellt.

Ein Fünftel höhere Leistung dank automatischer Düsenreinigungsanlage.

Verschiedene Optimierungen prägten das Berichtsjahr. Mit der im Vorjahr in Betrieb genommenen automatischen Düsenreinigungsanlage konnte in der Biofiltration West eine Leistungssteigerung von 20% erzielt werden.

Zum Schutz des umliegenden Naturschutzgebiets wurde das Beleuchtungskonzept optimiert: Beleuchtet wird nur noch bedarfsgerecht und in einem warmen Licht.

Im neu erstellten Cockpit werden die Mess- und Laborwerte visualisiert, was eine noch genauere Steuerung der Anlage erlaubt.

Wie in jedem Jahr reinigten wir die beiden knapp zehn Kilometer langen Hauptsammelkanäle. Auch die 10 Pumpwerke und 18 Regenbecken, die wir für die Gemeinden betreiben, wurden gereinigt und gewartet.