Standortfrage im Vordergrund

Die heutige Kehrichtverwertungsanlage (KVA) in Dietikon erreicht um das Jahr 2030 ihr Lebensende. Strategische Fragen prägten darum das Geschäftsjahr 2016.

Seit anderthalb Jahren schon prüfen drei KVA eine Kooperationslösung: Turgi und Buchs im Aargau sowie Limeco in Zürich. Unter dem Namen EVA (Effiziente Verwertung von Abfall) eruieren die drei Partner einen möglichen gemeinsamen Standort mit einer gemeinsamen Anlage. Weder für Limeco noch für Turgi ist ein wirtschaftlicher Ersatzneubau am heutigen Standort realistisch.

Eine Kooperation streben die drei Partner nur dann an, wenn sich daraus für sie ein klarer Vorteil gegenüber den eigenständigen strategischen Planungen ergibt. Szenarien für den Alleingang werden darum parallel vorangetrieben. Die Abklärungen erfolgen absolut ergebnisoffen.

Ein möglicher neuer Standort ist das Coop-Areal an der Reservatstrasse in Dietikon. Das Nachbarsgrundstück von Limeco erfüllt die technischen Voraussetzungen an einen neuen KVA-Standort: zonenkonform, gross genug und zentral erschlossen. Limeco und Coop sind sich handelseinig. Das letzte Wort aber hat das Stimmvolk. Die Urnenabstimmung findet voraussichtlich im Frühling 2018 statt.

Erneuerbare Energien: Erschliessung rechtes Limmattal

Die Trägergemeinden haben 2016 beschlossen, nicht nur Dietikon und Spreitenbach Ost mit Limeco Regiowärme zu versorgen, sondern auch die ganze rechte Seite des Zürcher Limmattals. Die Investitionen für den erweiterten Erstausbau betragen rund 100 Millionen Franken. Das Versorgungsnetz wächst von heute vier auf 50 Kilometer im Jahr 2030. Regiowärme wird aus der Abwärme der KVA gewonnen. Sie ist CO2-neutral und gilt als gleichwertig wie erneuerbare Energie.

– 26'752 MWh Wärme abgesetzt
– 4,17 Mio. l Heizöl eingespart

Thermische Verwertung: so viel Abfall wie noch nie

Limeco führt die stromgeführte KVA in ein wärmegeführtes Kraftwerk über. Die Wärmeabgabe wird sich dank dem Ausbau von Regiowärme in den nächsten Jahren versechsfachen. Die KVA zählt dann zu den energieeffizientesten Kehrichtverwertungsanlagen der Schweiz. 2016 verwertete Limeco 12% mehr Abfall als im Vorjahr: über 95'000 t. Die Steigerung ist zurückzuführen auf den Verzicht einer Revision einer Ofenlinie und auf die Stilllegung des Schlammverbrennungsofens, wodurch sich die Kapazität der Rauchgasreinigung erhöht hat. Die Zunahme der Abfallanlieferungen aus den Träger- und Vertragsgemeinden bewegt sich mit 0,8% bis 2,2% im Rahmen der Vorjahre.

– 95'341 t Abfall verwertet
– 70'431 MWh Strom produziert

Abwasserwirtschaft: mehr Abwasser als im Vorjahr

2016 war ein nasses Jahr: Die Abwassereinigungsanlage (ARA) reinigte 1 Mio. m3 Mischwasser mehr als im Vorjahr. Das Limmattaler Abwasser weist im Kanton Zürich die höchsten Werte an Bromid auf, einen durch die regional tätige Industrie eingeleiteten chemischen Stoff. Diese Erkenntnis beeinflusst die Wahl des Verfahrens zur Elimination von Mikroverunreinigungen. Bis 2025 müssen die 100 grössten ARA der Schweiz eine entsprechende Reinigungsstufe realisieren. Wegen der hohen Bromidwerte steht die Ozonung als isoliertes Verfahren ausser Frage: Bromid würde zu Bromat oxidieren, das krebserregend ist. Darum rückt die Filtration mit Aktivkohle in den Fokus.

– Über 80'000 Einwohner in den Trägergemeinden
– 14,2 Mio. m3 Abwasser gereinigt

Geschäftsbericht: digitales Debüt

Unter www.limeco.ch/geschaeftsbericht2016 sind alle Berichte und Betriebszahlen abrufbereit, ergänzt mit Videos und Grafiken. Die einzelnen Artikel lassen sich individuell zusammenstellen und als PDF runterladen.